Vier neue Gemeinderatsmitglieder stellen sich und ihre Ideen in loser Folge vor. Jeder erhielt dazu die gleichen Fragen, die er oder sie per Mail beantworten konnte. Wegen Corona gab es auch kein persönliches Treffen vor Ort oder im Rathaus, vielmehr wurden die neuen Gemeinderäte gebeten, ein Foto von sich zur Verfügung zu stellen. Heute ist die 37-jährige Barbara Schatz (Bündnis 90/Die Grünen) an der Reihe. Warum engagieren Sie sich in der Politik? Barbara Schatz: Ich hab mir gedacht, es müssen unbedingt mehr Frauen in die Räte! Und auch junge Menschen! Und außerdem ist mir wichtig, dass viel mehr Leute "grüne Themen" vertreten. Wer war der Ideengeber, wann kam der Entschluss "Ja, jetzt mach' ich mit"? Der damalige Kreisvorsitzende der Grünen, Valentin Motschmann, ist ein guter Bekannter von mir. Durch diesen Kontakt kam dann auch das Interesse an der Politik. Bei der letzten Landtagswahl habe ich für die Grünen im Wahlkampf mitgearbeitet. Das war total spannend, zumal wir ja mit Mathias Söllner als Bezirksrat auch sehr erfolgreich waren. Ich hatte mich ja schon vor sechs Jahren mit aufstellen lassen. Als ich dann letztes Jahr gefragt wurde, ob ich wieder mitmache, hab ich natürlich zugesagt. Die Aufstellung und Wahlvorbereitung ist das eine, wie war Ihr Gefühl nach der Stimmenauszählung? Als wir gefragt wurden, ob wir mit auszählen, wusste ich noch nicht, wie es mit dem Baby abends klappt und wie lange das Auszählen dauern würde. Deshalb hat mein Mann ausgezählt. Ich war zu Hause am Tablet gesessen und habe das Geschehen beobachtet. Als dann feststand, dass ich dabei bin, dachte ich "Wow - super, dann können wir jetzt zu zweit grüne Themen vertreten". Erst ein paar Tage später kam das Ergebnis von der Kreistagswahl. Da wurde ich auch gewählt, das war eine spannende Sache, weil sich die Ergebnisse ständig änderten. Wie ist es so, "Gemeinderatsluft" zu schnuppern? Wo konnten Sie schon Akzente setzen oder ihre Ideen einbringen? Die Gemeinderatsluft hab ich eingeatmet. Es ist schon sehr spannend und interessant und ich tastete mich erstmal heran. Allerdings gab es im letzten halben Jahr noch nicht so viele Sitzungen und Möglichkeiten, Akzente zu setzen. Sie sind jetzt schon ein halbes Jahr im Gemeinderat und mit dabei in den verschiedensten Gremien. Bis zum Ablauf der Amtsperiode am 30. April. 2026 ist es eine lange Zeit: Würden Sie sich wieder aufstellen lassen oder haben Sie sich dieses Ehrenamt anders vorgestellt? Sie haben Recht, bis April 2026 ist es eine lange Zeit. Und bis dahin fließt noch eine Menge Wasser den Main hinunter. Aber so lange es machbar ist und Spaß macht, werde ich natürlich weiterhin dabei bleiben. Wie ist die Zusammenarbeit mit Ihrem Fraktionsvorsitzenden Otto Weidner? Die Zusammenarbeit mit Otto ist hervorragend. Bei unseren regelmäßigen Gesprächen zeigt sich immer wieder, dass wir auf einer Wellenlänge sind. Haben Sie ein Hobby? Mein Hobby ist das Reiten. Seit ich denken kann, faszinieren mich Pferde und der Reitsport. Früher bin ich auch auf Turniere gegangen. Jetzt bin ich schon froh, wenn ich regelmäßig trainieren kann, ohne weitere Verpflichtungen zu haben. Ich bin aber auch sonst gerne draußen, wir halten neben den Pferden noch ein paar Tiere (Hunde, Katzen, Hühner, Schildkröten), und ich hätte auch gern noch mehr. Da bräuchte ich aber noch mehr Zeit dafür. Was möchten Sie noch loswerden? Zunächst einmal bedanke ich mich bei all meinen Wählern für das entgegengebrachte Vertrauen. Und natürlich auch bei der Grünen offenen Liste für das große Engagement und die super Zusammenarbeit im Wahlkampf. Sofern es wieder möglich ist, werden wir wieder regelmäßige Treffen veranstalten, zu denen jeder herzlich eingeladen ist. Die Fragen stellte Monika Schütz.