Lehrerin Gudrun Mackert ist froh, dass im September ein Hort für die Kinder des Lautergrunds eröffnet wird. Eine Erzieherin und eine Kinderpflegerin der Caritas kümmern sich dann um jene Kinder, deren Eltern auf eine solche Betreuungsmöglichkeit angewiesen sind. "Die Eltern brauchen den Hort schon, denn oftmals sind beide berufstätig, aber eine Oma oder Tante ist heute nicht mehr in allen Familien da", sagt die stellvertretende Schulleiterin.
65 Kinder aus dem Lautergrund besuchen derzeit die Ivo-Hennemann-Grundschule, aufgeteilt auf die beiden Schulhäuser in Uetzing und Frauendorf. Zwölf feste Anmeldungen für den Hort liegen vor, sagt Gudrun Mackert, es könnten aber bald noch mehr werden, denn das Interesse der Eltern sei vorhanden.

Zeiten sind individuell zu buchen
Für die Erstklässer biete der Hort bereits ab 11 oder 12 Uhr eine Betreuung an, das richte sich nach dem Bedarf der Eltern. Der echte Hortbetrieb, der nicht nur eine Mittagsbetreuung sei, für alle anderen Kinder beginne um 13 Uhr und könne bis 15 oder 17 Uhr individuell gebucht werden. Dafür werde gerade eines der Klassenzimmer zum Hortraum umgebaut.
Die Betriebsträgerschaft hat die Caritas Lichtenfels übernommen. Auf zunächst ein Jahr wurde die Vertragslaufzeit mit der Stadt Bad Staffelstein vereinbart. Von einem möglicherweise anfallenden Defizit tragen beide Vertragspartner jeweils die Hälfte.
Gudrun Mackert ist zuversichtlich, dass die Laufzeit des Vertrags nach dem ersten Jahr verlängert werden kann: "Es wird wohl weitergehen, denn dann kommen die ersten Krippen-Kinder in die Schule." Wenngleich derzeit bei manchen Eltern noch Vorbehalte bestünden, ihre Kinder in den Hort zu geben, statt sie selbst zu betreuen, ändere sich das in wenigen Jahren sicherlich. Die Situation in der Arbeitswelt sei nicht günstig für Familien.
Für Uetzing und den Lautergrund sei der neue Hort also ein wichtiger Standortfaktor, fährt Gudrun Mackert fort. Nun sei die Lücke geschlossen, die zwischen Krippe und Grundschule bestanden habe. Es gebe sogar schon Familien, die ihre Wohnortwahl von der entsprechenden Betreuungsinfrastruktur abhängig machen: Gibt's dort einen Hort, dann ziehen wir hin, gibt's keinen, suchen wir uns einen anderen Wohnort.
Damit der Hort optimal betrieben werden könne, seien engagierte Eltern mit im Boot, sagt Gudrun Mackert. Diese Eltern hätten angeboten, die beiden Caritaskräfte bei Engpässen zu unterstützen. Auch eine Betreuung der Kinder in den Ferien werde von der Caritas angeboten.
Die Stadt Bad Staffelstein lässt gerade das Schulhaus umbauen. Der Keller sei bereits trockengelegt, eine Rampe zum barrierefreien Zutritt sei angebaut und eine zweite Fluchttüre, die vorgeschrieben sei, werde noch angebracht, erklärt Stadtbaumeister Andreas Ender.