"Ich habe aus der Ferne bereits gesehen, dass ich da nicht mehr helfen kann", sagt der Nachbar, dessen Wohnung direkt unterhalb der einer jungen Familie liegt. Am Donnerstag in den frühen Morgenstunden hat sie in der bisherigen Form aufgehört zu existieren.
Die 34-jährige Mutter zweier Kinder liegt blutüberströmt in der Garage neben dem Haus. Ihr 38-jähriger Lebensgefährte wartet nach Angaben des Nachbarn im Auto direkt daneben, bis die Polizei kommt. "Er hat sich widerstandslos festnehmen lassen", sagt Beate Weiß, Pressesprecherin der Polizei.

Die genaue Todesursache soll nun eine Obduktion ergeben. Die Spurensicherung der Kriminalpolizei ist in weißen und gelben Overalls vor Ort und dokumentiert jedes Detail. Sie stülpen sich ihre Gummi-Handschuhe über, fotografieren den Fundort und packen scheinbare Kleinigkeiten in Tüten.

Der Tatverdächtige wird von der Polizei verhört. Die zuständige Oberstaatsanwältin Ursula Haderlein war selbst vor Ort und kann nach dem Verhör gegebenenfalls eine Haft beantragen. Ein Richter entscheidet dann, ob der 38-Jährige in Untersuchungshaft muss.

"Es lag wohl eine Trennung des Paares in der Luft", sagt Pressesprecherin Weiß. Der Nachbar will über vier Jahre, die er gemeinsam mit der Familie unter einem Dach gelebt hat, nichts gehört haben. Nicht in den vergangenen Monaten, auch nicht am Donnerstagfrüh.

Nachdem er eines seiner Kinder in die Schule gebracht habe, hätte der Bruder des 38-jährigen Tatverdächtigen bei ihm angerufen und gebeten, schnell nach dem Rechten zu sehen. Mit dem Telefon in der Hand und der Stimme der Polizei am Ohr sei er dann gegen 8.10 Uhr zur Garage gelaufen. "Die Polizei hat die Frau tot in der Garage gefunden", sagt die Pressesprecherin. Sie geht von Gewalteinwirkung aus.

Im Haus am Ende des Ortes wohnten außerdem noch die Eltern der jungen Mutter in einer eigenen Wohnung. Es ist ringsherum still, im wahrsten Sinne totenstill. Das laute Weinen der Angehörigen durchbricht die Stille. Vereinzelt fallen dicke Regentropfen. Auch der Himmel weint.