In der Krise ist es wichtig, zusammenzuhalten und einfallsreich zu sein, denn nur so kann man den Herausforderungen begegnen. Der Coronavirus stellt gerade die Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen vor größte Herausforderungen. Das Awo-Sozialzentrum hat zur Deckung des Bedarfs an Mundschutz kreative und sichere Lösungen gefunden.

Dem Umstand, dass es in Deutschland wenig Schutzausrüstung gibt, sind die Mitarbeiter einfallsreich begegnet. Nach dem nicht einfachen Besorgen von Baumwollstoff und Gummis und mit der Anleitung zum Selbernähen von Schutzmasken in der Hand standen bei zehn Beschäftigten und ehrenamtlichen Helfern die Nähmaschinen nicht mehr still. "Sogar mein Mann hilft mit", sagt eine Mitarbeiterin begeistert.

Innerhalb einer Woche haben die fleißigen Helfer 300 dreilagige Schutzmasken genäht. Das sind keine Wegwerfmasken, sie können nach dem desinfizierenden Waschen wieder verwendet werden. Die Bewohner danken den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, indem sie ihnen eine Süßigkeit mit selbstgebastelten Herzen schenkten.

Die Mitarbeiter wandten sich zugleich mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion an die Bevölkerung. Mit dem Motto "Wir bleiben für euch da, bitte bleibt für uns zu Hause" bedankten sie sich unter anderem für das Verständnis der Angehörigen, die durch das Einhalten des Besuchsverbots in Pflegeeinrichtungen nur übers Telefon oder durch einen schriftlichen Gruß zu ihren Liebsten Kontakt aufnehmen können. Um diesen Weg der Kommunikation zu fördern, stellte das Awo-Sozialzentrum allen Bewohnern, die dies wünschten, einen kostenlosen Telefonanschluss zur Verfügung. So steigt in der Krise die gegenseitige Verbundenheit.

"Wir haben rund 60 Bewohner im Stationären Bereich und 20 Bewohner im Betreuten Wohnen", sagt Katharina Mechtold, Mitarbeiterin der Betreuung. "Diese Menschen leben unter dem Dach des Sozialzentrums, sie müssen sich an die Ausgangsbeschränkung halten. Ihre Angehörigen kommen zu uns, klingeln und bringen die Sachen, die benötigt werden. Wir haben einen Türdienst eingerichtet."

Hilfsangebote der Bürger

"Wir treffen auf viel Verständnis und Hilfe", fährt Katharina Mechtold fort. "Die Leute bieten an: Ich könnte für den und jenen die Wäsche waschen, Schutzmasken nähen." Im Haus sei die Lage derzeit gut und ruhig.

"Im Moment schaffen wir alles selbst. Die Bewohner reden mit dem Personal über die Situation und wir machen musikalisches Programm, Sitztanz oder Spiele, und wir gehen mit ihnen in den Garten. Wir stellen positive Aspekte in den Mittelpunkt und schreiben Grußkarten."

"Es ist wirklich schön, etwas tun und auf etwas Positives schauen zu können. Das gibt Energie", sagt Katharina Mechtold. "Das ist entscheidend für das Seelenwohl, da macht das Leben trotz Einschränkungen weiter Freude."

Ein Interview mit dem Leiter des Awo-Sozialzentrums, Dr. Steffen Coburger, lesen Sie auf infranken.de