Corona wird sich mit Sicherheit auch auf die Pendlerquote im Landkreis Kulmbach ausgewirkt haben. Davon ist David Potzel vom Kulmbacher Jobcenter überzeugt. Wie sich die Pandemie bemerkbar hat, welchen Einfluss Home Office hat? Zahlen, die darüber Auskunft geben könnten, liegen noch nicht vor. Klar ist: "Je mehr Leute von Zuhause aus arbeiten, desto weniger Pendler gibt es."

Potzel hat zwar noch keine Zahlen für die Region Kulmbach vorliegen, kann wohl aber für die Bundesagentur für Arbeit Auskunft geben: So haben bei der Bundesagentur an einem Spitzentag 55 000 Mitarbeiter von Zuhause aus gearbeitet. Das entspreche einer Quote von 68 Prozent. Im Januar 2020 saßen nur 5000 Leute im Homeoffice. "Die technischen Kapazitäten wurden stark ausgebaut", erklärt er mit Blick auf den Corona-bedingten Wandel in der Arbeitswelt."

Natürlich weiß er auch, dass Home Office nicht überall möglich ist. "In einem produzierenden Betrieb ist das schwierig." Ebenso in Jobs, in denen man auf Kundenkontakt angewiesen sei.

Wenn die Zahlen für die Corona-Zeit vorliegen, ist sicher ein Vergleich mit den derzeit aktuellen Pendlerzahlen noch interessanter als der Blick auf das "normale" Geschehen, das die aktuellste Statistik wiedergibt, die die Zahlen Stand Juni 2020 widerspiegelt:

Die Region Kulmbach

In der Region Kulmbach wohnen 30 684 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Von ihnen pendeln 11 880 oder 38,7 Prozent zur Arbeit in einen anderen Kreis (Auspendler). Gleichzeitig pendeln 9195 Beschäftigte, die in einem anderen Kreis wohnen, zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in die Region "Kulmbach" (Einpendler).

Der Saldo von Aus- und Einpendlern beläuft sich auf minus 2685 (Pendlersaldo). Ihren Arbeitsort in der Region Kulmbach haben damit 27 999 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, von ihnen sind 32,8 Prozent Einpendler.

Die Ein- und Auspendler

Blickt man auf die Auspendler aus Kulmbach, dann fahren sie in folgende Städte und Landkreise: Bayreuth Stadt 4171; Bayreuth 1342; Lichtenfels 1281; Hof 839; Nürnberg Stadt 718; Kronach 620; Bamberg Stadt 350; Hof Stadt 221; Bamberg 180; Wunsiedel 88.

Die Einpendler nach Kulmbach kommen aus folgenden Städten und Kreisen: Bayreuth 2107; Bayreuth Stadt 1204; Kronach 1152; Lichtenfels 1121; Hof 974; Bamberg 199; Wunsiedel 163; Hof Stadt 127; Coburg 124; Bamberg, Stadt 93.

Blick über die Region hinaus

Erweitert man seinen Blick etwas, dann landet man bei den Pendlerzahlen der Region Oberfranken Ost. Zu ihr zählen die Landkreise Kulmbach, Bayreuth, Wunsiedel und Hof. An sie grenzen innerhalb der bayerischen Landesgrenze noch Oberfranken West mit Kronach, Coburg, Lichtenfels, Bamberg und Forchheim sowie die Oberpfalz Nord (Tirschenreuth, Neustadt an der Waldnaab, Amberg-Sulzbach, Schwandorf) und die Region Nürnberg.

So pendelt Oberfranken

Wie viele Personen pendeln in die Region ein beziehungsweise aus? Darüber Aufschluss gibt das bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Hier sind die aktuellsten Zahlen des Ministerium allerdings schon älter und beziehen sich auf das Jahr 2019 (Stand 30. Juni 2019).

Demnach gab es in der Region Oberfranken Ost 193 106 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Darunter waren 36 522 Einpendler (18,9 Prozent). Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die in der Region wohnen, waren es 186 078. Davon wiederum pendelten 29 494 Personen aus der Region aus (15,9 Prozent).

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die in der Region wohnen und arbeiten, gab es 156 584. Diese teilen sich auf in Personen, die in der eigenen Gemeinde tätig sind (66 971) und Regionsbinnenpendler über Gemeindegrenzen (89 613; das sind 57,2 Prozent) hinweg.g

Pendlerbewegungen gab es laut dem Ministerium 155 629 (ohne Binnenpendler innerhalb der eigenen Gemeinde).

Auch die Pendlerströme über die umliegenden Regionen hinaus wurden erfasst. So pendelten aus Oberfranken Ost 4572 Personen in das übrige Bayern, Einpendler gab es 2497. Aus anderen Bundesländern wurden 14 487 Einpendler erfasst, Auspendler waren es 6673.

Aus dem Ausland pendelten 3933 Personen in die Region Oberfranken Ost.

Blickt man etwas genauer auf die angrenzenden bayerischen Regionen, so ergibt sich folgendes Bild: 6496 Personen pendelten von Oberfranken Ost in die Oberpfalz Nord, 7758 von dort nach Oberfranken Ost.

Von Oberfranken West kamen 6244 Personen zum Arbeiten nach Oberfranken Ost, von Ost nach West waren es 6099. Während sich diese Zahlen etwa die Waage halten, sieht es in Richtung Nürnberg ganz anders aus. Dorthin pendelten von Oberfranken Ost 5654 Arbeitnehmer, während es in umgekehrter Richtung nur 1603 waren.

Es gibt 33 Millionen Beschäftigte

In Deutschland wohnen 33,090 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Von ihnen pendeln 13,0 Millionen oder 39 Prozent zur Arbeit in einen anderen Kreis innerhalb Deutschlands. Aus dem Ausland pendeln insgesamt 207 700 Personen zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach Deutschland ein. Einschließlich der Einpendler aus dem Ausland haben 33,323 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ihren Arbeitsort in Deutschland