Mal eine Frage: Ist Ihnen der "24/7-Algo" geläufig? Nein? Dahinter verbirgt sich nicht der Ausstiegstag aus dem derzeitigen virusbedingten Lockdown - wenngleich der 24. Juli Charme hätte, weil an diesem Tag zufällig meine Frau geboren wurde.

Der "24/7-Algo", so versprach mir gestern ein gewisser Peter per E-Mail, helfe mir zuverlässig dabei, in der Krise von zu Hause aus schnell mal 1000 Euro zu verdienen. Ich müsste vorher lediglich 250 Euro "in die Plattform stecken", den Rest erledige der Krypto-Handel. Eine merkwürdige Offerte. Noch merkwürdiger finde ich es allerdings, dass es da offenbar genügend Leute gibt, die sich auf solche Deals einlassen.

Während die einen Bösewichte versuchen, Kapital aus der Krise zu schlagen, haben die anderen offenbar noch gar nicht bemerkt, dass es eine solche überhaupt gibt. In Hof zum Beispiel, wo am Wochenende Einbrecher in ein - seit drei Wochen geschlossenes - Café einstiegen, um enttäuscht festzustellen, dass es für sie nichts, aber auch rein gar nichts zu klauen gab. Wie doof muss man denn sein?

Mir gehen in diesen Tagen viele Fragen durch den Kopf. Überprüft die Polizei zum Beispiel, ob ein Raser, der gerade geblitzt worden ist, zugleich gegen die Ausgangsbeschränkung verstoßen hat? Und wenn ja, wird der dann gleich zweimal zur Kasse gebeten?

Als Fußballfan frage ich mich, ob es wirklich realistisch ist, über eine Fortsetzung des Spielbetriebs nachzudenken. Zweikämpfe mit Mundschutz vor leeren Rängen und Duschen zu Hause - da kommen mir doch Zweifel. Zumindest wachsen mit jedem Tag Krise gewisse Serien. Der 1. FC Nürnberg ist seit dem 6. März unbesiegt, mein zweiter Lieblingsclub, der TSV Thurnau, sogar seit fünf Monaten. Ich weiß nicht, ob es das in der Vereinsgeschichte schon mal gegeben hat ...