Seine Fahrzeuge stießen auf größtes Interesse, besonders die Simson "Schwalbe" aus den siebziger Jahren.
Das kultige Teil wurde zwischen 1964 und 1986 über eine Million Mal gebaut und hat deutsche Moped-Geschichte geschrieben. Seine Beliebtheit ist ungebrochen, gründete aber damals jenseits der Mauer vor allem auf der Tatsache, das laut StVZO der DDR motorisierte Zweiräder bis 50 cm³ Hubraum und einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h bereits von 15-Jährigen gefahren werden durften.

Das Kasendorfer Exemplar präsentierte sich im Topzustand, 1200 Euro wurden aufgerufen. Ein junger Mann outete sich als ernsthafter Interessent, war allerdings nur bereit, 750 Euro zu bezahlen.
"Da kommen wir nicht zusammen", zog ihm RTL-Versteigerer Mauro Corradino gleich den Zahn, fügte aber hinzu: "Wie wär's denn mit 1150?"

Nach einigem Hin und Her, Rücksprache mit dem Eigentümer und 20-minütiger Bedenkzeit ging Mauro auf 900 Euro herunter. Doch der Interessent blieb hartnäckig bei 850. Hatte er geglaubt, das Pokerspiel funktioniert? Pustekuchen: Aus der zweiten Reihe meldete sich plötzlich ein Kasendorfer aus der Nachbarschaft - und schlug zu.

Hätte der junge Mann mal einen Rat befolgt, den ich von einem langjährigen Oldtimer-Experten gehört habe: "Ersatzteile musst du nicht kaufen, wenn du sie brauchst, sondern wenn du sie bekommst." Schnelligkeit ist also gefragt. Offenbar funktioniert das auch mit ganzen Fahrzeugen so. Und wer zu spät kommt, den bestraft der Nachbar...