Viele Wanderer folgen der Werbung der Marktgemeinde Presseck oder des Frankenwaldvereins und erkunden seit 1977 den Mühlenweg, der von der Neumühle bei Wildenstein bis nach Buckenreuth bei Enchenreuth reicht. "Auf einer Länge von 18 Kilometer kann man elf Mühlen und ein Hammerwerk in den tief eingeschnittenen, verkehrsfreien Tälern auf dem beschaulichen Rundwanderweg kennen lernen", wie es auf der Internetseite des Marktes Presseck zu lesen ist.


In Vergessenheit geraten

Im Stadtgebiet von Stadtsteinach gab es im Vergleich dazu früher auf einer Länge von zwei Kilometern acht Mühlen. Heute arbeitet nur noch die Partheimühle, die anderen sind in Vergessenheit geraten oder dem Verfall preisgegeben, wie die Kappelmühle.

Zum Betrieb weiterer Mühlen wurde schon vor undenklichen Zeiten die Steinach beim Hochofen geteilt, und man ließ den Mühlbach entstehen, der am anderen Ende der Stadt bei der "Großen Brücke" sich wieder vereinigt. So entstand eine Art "Insel", von der Steinach und dem Mühlbach umspült.

Mittelhochdeutsch wurde ein erhöhtes wasserfreies Land, eine Insel, "Wöhr" genannt, und so erhielt dieser Teil im Osten der Stadt die Bezeichnung Wöhr, aus dem später Wehr und heute Wehrstraße wurde.


Zum Schlagen von Eisen

Die Mühlen, die die Kraft des Wassers nutzten, dienten zum Sägen des Holzes (Schneidmühlen), zum Schlagen des glühenden Eisens (Hammermühle) oder zum Mahlen des Getreides oder von Rinden (Mahlmühle und Lohmühle).

Manche Müller hatten Vorrichtungen, Mahlgänge genannt, um mehrere dieser Arbeitsgebiete zu betreiben.

Bereits um 1530 ist ein "Hamer unter Nordeck" erwähnt, der von der Familie Waldtmann betrieben wurde. Um 1860 tauscht ein Johann Meibeyer auf, der sich Papiermüller nannte und den Grundstein für die spätere Papierfabrik legte.

Im Jahre 1877 übernimmt aus Fürth Ellern und Eichmann die Leitung. 1944 führt Schickedanz das Werk, das 1984 aufgelassen wurde und seitdem einen bewegten Verfall erlebt.

In unmittelbarer Nähe zum Hochofen errichteten Johann Kremer aus Frankenreuth und sein Schwiegervater Paul Baier, ein Kaminkehrer aus Mitterteich, der im Hochofen wohnte, im Jahre 1867 eine Schneidmühle. Der zweite Ehemann der Witwe Kremer, der Zimmermann Christoph Batzer, führte die Mühle weiter.

Es folgten Friedrich Kremer, Johann Kremer und wiederum Friedrich Kremer. Im Jahre 1953 wurde sie an Otto Bauerschmidt aus Wartenfels verkauft. Dessen Erbengemeinschaft veräußerte die mittlerweile verwahrloste Mühle 1981 an die Stadt, die sie unter Mitwirkung von Professor Paul Kuff und seinen Studenten wieder erstehen ließ.

Kurz nach Beginn des Mühlbaches in der Allee stand nachweislich seit 1550 Georg Dürbecks Schneidmühl "ob dem Plaitzbrunnen". Viele Namen tauchen hier auf wie Waas um 1700, Schneider um 1800 und ein Karl Lotz aus Kronach, um 1920 Georg Thor aus der Neumühle.


Zweimal abgebrannt

Im Jahre 1915 brannte die Schneidmühle völlig ab, ebenso 1966. Es wurde ein Wohnhaus errichtet und der Betrieb 1980 endgültig eingestellt. Woher der Name Deinhardsmühle kommt, ist nicht überliefert.

Die Gerber in Stadtsteinach, die Familien Schirmer, Korzendorfer, Lorber, Hebentanz und Motschenbacher benötigten für die Lederherstellung hauptsächlich fein gemahlene Fichtenrinde, die den Gerbstoff Tannin enthält. Auf der Höhe des Sportplatzes stellte die Lohmühle mit Wasserkraft diese Lohe her. Diese Mühle war seit 1724 im Besitz der Familie Schirmer und wurde meist in Partnerschaft mit anderen Gerbermeistern bis 1936 betrieben. Bis 1895 wurde auch in der ehemaligen Deinhardsmühle Fichtenrinde zu Lohe gemahlen.


Bei Bäckern bestens bekannt

Die noch heute mahlende Partheimühle wurde schon um 1350 als Pletzmul, um 1500 Beytzmule und um 1600 Plaitzmull genannt. Zwei Wasserräder trieben zwei steinerne Mahlgänge an, ein drittes Wasserrad bediente die Schneidmühle. Um 1775 errichtet ein Adam Pültz das heutige Walmdachgebäude.

Nach 1800 heiratete ein Eduard Partheymüller aus der Kienmühle in Altenkunstadt in die Mühle ein, und ab 1806 wandelte man den Namen Platzmühle um in Partheimühle.

Von Generation über Generation bis heute ist sie mit ihren Qualitätsprodukten weit über die Grenzen bei Bäckern bekannt.

Durch vielerlei Umbauten wurde das Werk ab 1884 zur Kunstmühle weiterentwickelt. In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erstellte Kreisheimatpfleger und Restaurator Uwe Franke aus Wernstein Pläne für eine Sanierung des geschichtsträchtigen Gebäudes.

Ganz anders steht heute am Ende des Mühlbaches die Kapellenmühle (Kapplmühl), die den Namen von der benachbarten Marienkapelle erhielt, dar.

Im Jahre 1798 kaufte der Müller Michael Tittel aus Marktschorgast diese aus der Konkursmasse Johann Göppners. Für sechs Generationen war die Mühle mit drei Mahlgängen in Betrieb.
Als im Februar 1903 die Mühle abbrannte, entfachten Funken den Brand der alten Barockkirche, die ebenfalls ein Raub der Flammen wurde.

Adam Tittel heiratete in die Kronacher Straße, und 1936 kauften die beiden Müller Konrad Partheimüller und Josef Dittwar die Mühle. 1987 zog Justine Schmitt ein, und seit deren Tod verfällt die Mühle.

Die Stadt bemüht sich seit 15 Jahren, eine Lösung für dieses marode Gebäude zu finden.