Landfrauen werden gehört, sie sind eine starke Stimme, wenn es um die Zukunft des ländlichen Raums geht und sie sind Wächterinnen, wenn es um gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern geht. Wie kaum eine andere Gruppe lebten Landfrauen aber auch Vielfalt, sei es als Anbieterin von Urlaub auf dem Bauernhof, als Genussbotschafterin, als Kräuterpädagogin oder als Dorf- und Betriebshelferin.

Deshalb lautet das Jahresmotto der Landfrauenarbeit im Bauernverband diesmal auch: "Vielfalt leben". Mit der bayerischen Landtagspräsidentin Barbara Stamm hatten sich die Kulmbacherinnen zu ihrem Landfrauentag eine Rednerin eingeladen, die zu diesem Jahresmotto einiges zu sagen hatte.


Topthema Flüchtlinge

Natürlich kam auch Stamm nicht um das Topthema Flüchtlinge herum. Menschen dürfe man nicht gleich in die rechte Ecke stellen, nur weil sie kritische Fragen haben, sagte sie.
Die Präsidentin sprach sich für einen offenen Dialog aus und warnte vor einer Spaltung der Gesellschaft. Stamm hielt aber auch die Werte der Demokratie hoch, für die es sich einzusetzen gelte. "Ohne die vielen Ehrenamtler wäre das alles in den zurückliegenden Monaten längst zusammengebrochen", so Stamm.

Sie appellierte an die Landfrauen, weiter nach Gemeinsamkeiten zu suchen und sich nicht auseinander dividieren zu lassen. "Damit die Integration auch gelingt, sind wir alle gefragt."

Das Beispiel Flüchtlinge zeige, dass "Vielfalt leben" nicht immer einfach sei. Doch auch dann, wenn es noch so schwierig ist, sollte immer auch Stück Optimismus dabei sein. Das machten die Landfrauen vor, auch wenn die aktuellen Preiseinbrüche in der Landwirtschaft nicht so einfach zu verkraften seien und die wirtschaftliche Situation auf vielen Höfen sehr schwierig sei.


In Ganztagsbetreuung einbinden

Ganz konkret sprach sich Stamm auch dafür aus, die Landfrauen in die Ganztagsbetreuung einzubinden. Zum Beispiel wenn es darum geht, Frühstück oder Mittagessen an den Ganztagsschulen zuzubereiten. Auch im ländlichen Raum kämen Kinder immer öfter ohne Frühstück zur Schule. Landfrauen hätten das Potenzial, das Talent und das Engagement, sich hier einzubringen. Allerdings sollte die Politik auch entsprechende Rahmenbedingungen schaffen und das Schulessen nicht, nur weil es wenige Cent billiger sei, über viele Kilometer zur Schule transportieren lassen.

"Das Jahresmotto ,Vielfalt leben' ist im Landkreis Kulmbach schon immer Programm", sagte Landrat Klaus Peter Söllner. Da seien zum einen die vielfältige Landschaft, zum anderen eine starke Wirtschaft und insbesondere eine starke Landwirtschaft.

Landtagsabgeordneter Martin Schöffel ging davon aus, dass viele Betriebe in Zukunft noch vielfältiger aufgestellt sein werden. Dabei sei aber eine größere Investition nicht immer der richtige Weg.

"Als Landfrauen tragen wir ein Stück weit zur Vielfalt auf dem Land bei", sagte Kreisbäuerin Beate Opel. Auf dem Land, auf den Dörfern, auf den Höfen gebe es die breite Vielfalt bereits, betonte die Kreisbäuerin. Sie sagte aber auch, dass bäuerliches Leben für einfaches, ursprüngliches und wahres Leben im Einklang mit der Natur steht.


Buntes Programm

Umrahmt wurde der Landfrauentag in der vollbesetzten Steinachtalhalle durch den Kulmbacher Landfrauenchor unter der Leitung von Ulrike-Regine Böhmann, von einem Tanz der "Purzelgarde" und des Tanzpaars Hannah Hendel und Anton Gomer von der Stadtsteinacher Faschingsgesellschaft sowie von einem Sketch des Arbeitskreises Bäuerin im Maschinenring.