Autofahrer, die den Ködnitzer Ortsteil Kauerndorf in Richtung B 303 verlassen, bekommen eine Vorahnung von der Größe des Projekts. Der Baubeginn für die Umgehung Untersteinach - Spatenstich war am 4. Mai 2016 - hat bereits deutliche Spuren in der Landschaft hinterlassen. Nach den Rodungsarbeiten ist kurz vor Untersteinach neben der Straße von Hecken und Bäumen nichts mehr zu sehen, fast mutet es so an, als hätten zwei Stürme vom Format eines Kyrill gewütet.

Notwendig wurde der Kahlschlag für den bevorstehenden Bau der riesigen Talbrücke, die bei Bahnstreckenkilometer 67,8 von einer riesigen Rampe aus die Gleise überqueren und den Verkehr wieder auf die alte B 289 leiten wird. Das Monstrum ist die letzte von insgesamt sechs Brücken und gleichzeitig der Abschluss des 48,1 Millionen Euro teuren Projekts. Die Arbeiten dafür, so der Leiter des Staatlichen Bauamts Bayreuth, Kurt Schnabel, würden noch in diesem Monat ausgeschrieben, die Ausführung erfolge in den Jahren 2018/2019.

Voll im Gange sind hingegen die Arbeiten für die ersten drei Brücken, die 200 Meter nach dem Kreisel den Verlauf der Umgehung schon andeuten. Am ersten Bauwerk, von der Bundesstraße aus gesehen (großes Bild hinten, rechts neben dem gelben Kran) ist die Firma Kropp aus Großenlüder bei Fulda derzeit mit Isolierungsarbeiten auf der Gesimskappe beschäftigt. "Hier geht die B 303 künftig unten durch, die B 289 oben drüber", erläuter Vorarbeiter Mario Poche, der beim Besuch der BR mit seiner Mannschaft gerade Maurerarbeiten für den Bordsteinanschlag und die Bewehrung durchführt.


Kreisel wird verschwinden

Die Schweizer implenia AG schalt gerade die Widerlager der nächsten Brücke ein (oben, Bildmitte), das Bauunternehmen Arlt aus Frohburg bringt an Brücke Nr. 3 (im Vordergrund) die Schalungen am Überbau an. Ein viertes Bauwerk ist zwischen Untersteinach und See geplant, ein weiteres beim jetzigen Kreisel, der im Zuge des Streckenbaus verschwindet.

Bereits im April beginnt der eigentliche Straßenbau, den gesamten Auftrag hat die Firma Strabag (Leipzig) erhalten. Laut Kurt Schnabel werden im ersten Schritt die Erdmassen aus den Einschnitten dorthin transportiert, wo Dämme errichtet werden müssen. Das Gesamtprojekt soll im Jahr 2020, spätestens 2021 fertiggestellt sein.