Wer kennt das nicht? Der Alltag im Büro, diese Kombination aus wenig Bewegung und viel Stress - er ist alles andere als gesund. Das Wissen ist vorhanden - Zeit und Muße, dagegen anzukämpfen, lassen jedoch zu wünschen übrig. Da geht es mir wie vielen anderen.

Häufige Ausreden: Ein Fitnessstudio ist zu teuer - außerdem möchte man im Sommer an der frischen Luft sein. Einfach nur so dahin zu joggen, ist aber irgendwie zu langweilig.

Eine Möglichkeit, dieses Dilemma zu umgehen, bietet der Trimm-Dich-Pfad der Stadt Kulmbach bei Oberpurbach. Für unsere Serie "Umsonst & Draußen" habe ich ihn getestet.

Anfahrt: Der Pfad liegt versteckt, ist aber kaum zu verfehlen. Ab der "Krankenhaus-Kreuzung" in der Blaich ist der Weg ausgeschildert. Er führt durch Unterpurbach über eine Waldstraße den Berg nach Oberpurbach hinauf. Dort geht es auf einem Schotterweg nach links ab zum geräumigen Parkplatz.

Konzeption: Entlang des 1,6 Kilometer langen, gut beschilderten Rundwegs stehen die 20 Stations-Schilder. Meistens neben einem Trainingsgerät, manchmal auch als Animationshilfe für selbstständige Übungen. Bei der Häufigkeit wird zwischen Sportlern und Nichtsportlern unterschieden.

Positives: Die Natur ist ein Traum. Die Ruhe entspannt, der Schatten erfrischt. Die Bodenbeschaffenheit (wenig Wurzeln, kaum Rutschgefahr) ist perfekt zum Joggen. Die Übungen sind gut erklärt und abwechslungsreich. Sie reichen von einfacher Gymnastik bis zu anstrengender Kraftarbeit.

Negatives: Manche Stationen schafft der Durchschnittssportler nicht. Zum Beispiel ist die Klimmzugstange so hoch angebracht, dass es viel Kraft braucht, sich nach oben zu hieven. Und die Aufstiegshilfe fällt leicht um. Mut zur Lücke ist also gefragt - dann macht der Kurs auch dem Amateur richtig Spaß.



Der Trimm-Dich-Pfad


Bau
Das Konzept erarbeiteten Forstdirektor Rickert und der ehemalige Chefarzt des Kulmbacher Klinikums, Danzer. Der Beschluss des Stadtrates erfolgte 1974, der Aufbau durch die Stadtgärtnerei und SPD-Stadtratsmitglieder. Die Kosten betrugen 12 000 Mark, die zum Großteil ein ortsansässiges Unternehmen übernahm.

Sanierung Etwa 10 000 Euro flossen 2012/2013 in eine neue Beschilderung, den Bau einer neuen Fachwerkhütte, neue Stationen sowie die Erneuerung von Ruhebänken und Mülleimern. Integriert wurde zudem eine nebenan liegende Nordic-Walking-Strecke mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden (von 3 bis 8,2 Kilometern Länge).

Unterhalt Inklusive Personaleinsatz kostet der Pfad seit 2013 laut Stadt im Schnitt etwa 4400 Euro pro Jahr. asch