Wie sehr sich die Corona-Pandemie mittlerweile auch auf den Gemeinderat und damit auf die Information der Bürger auswirkt, wurde bei der Sitzung des Trebgaster Gremiums am Montagabend (12.04.2021) wieder deutlich.

Als Punkt fünf stand die "Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Wasserabgabesatzung der Gemeinde; Beratung und Beschlussfassung" auf der Tagesordnung. So weit, so gut.

Wasser in Trebgast: Abnahmemenge verringert

Bürgermeister Herwig Neumann (CSU/NWG) erinnerte daran, dass im Dezember 2020 ein Vorratsbeschluss zur Anpassung der Wasserverbrauchsgebühren ab 1. Januar 2021 notwendig wurde, weil zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Daten zur Neukalkulation für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2024 zur Verfügung standen. Ebenfalls im Dezember wurde mit der Fernwasserversorgung Oberfranken eine Verringerung der Abnahmemenge (bisher 50 000 Kubikmeter im Jahr) vereinbart.

Grund dafür war zum einen der Bevölkerungsrückgang, und zum anderen ein sparsamerer Umgang der Leute mit dem Wasser. Eine Ausnahme war 2020, begründet durch coronabedingtes Homeoffice, Kurzarbeit und Homeschooling. Der Bürgermeister verwies weiter darauf, dass sich der Finanzausschuss in einer Sitzung am 31. März ausführlich mit diesem Thema befasst und einen gemeinsamen Weg gefunden habe, den Wasserpreis für die nächsten vier Jahre festzulegen.

Nach dieser Information bat er zur Abstimmung: "Ich bitte um Handzeichen, wer dafür ist." Das Ergebnis: Alle waren dafür. Aber für was waren sie eigentlich? Ratloser Blick des Berichterstatter in die Runde: Beratung oder Wortmeldung: Null. Bekanntgabe des neuen Wasserpreises: Null. Nennung der Gründe, die zur Änderung des Wasserpreises führten: Null. Na, prima.

Rätselhafte Abstimmung: Wie teuer wird Wasser in Trebgast?

Auf Zwischenruf des Presse-Berichterstatters, wieviel denn das Wasser künftig kosten werde, ergänzte der Bürgermeister: "Es wird rückwirkend ab 1. Januar 2021 mäßig um zehn Cent plus Mehrwertsteuer teurer." Und er ergänzte: "Berücksichtigt wurden dabei höhere Wasserbezugskosten, Tariferhöhungen, Reparaturen und Abschreibungen. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 150 Kubikmetern sind das gerade einmal 15 Euro im Jahr.

Haus bauen: Darauf müssen Sie achten

Auch ein Zuhörer rieb sich nach Ende der öffentlichen Sitzung verwundert die Augen und brachte seinen Unmut über den mangelnden Informationsgehalt einer solchen Sitzung deutlich zum Ausdruck: "Was war das denn eigentlich? Der Bürger wird ja gar nicht mehr informiert über das, was da eigentlich beschlossen wird. Solche Sitzungen können sie sich künftig sparen." Auf Nachfrage am nächsten Tag bat Bürgermeister Herwig Neumann um Verständnis: Die Rechtsaufsichtsbehörde habe die Kommunen angewiesen, die Sitzungen so kurz wie möglich zu gestalten. "Da kann schon mal die eine oder andere Information verloren gehen."

Zuvor informierte der Bürgermeister über Beschlüsse aus der vorangegangenen nichtöffentlichen Sitzung. Die Netzwerkverkabelung der Grundschule wurde an die Firma Compu-House in Weismain vergeben. Für den Kiosk am Badesee wurde bei der Firma Ständner Kassensysteme in Bayreuth eine neue Kasse bestellt. In das Entsorgungskonzept wurde das Grundstück mit der Flurnummer 1051 (Kalkofen) neu aufgenommen.

Sanierung Grundschule Trebgast: "Zeitlich und finanziell auf Kurs"

Befürwortet wurde der Antrag auf Neubau eines Einfamilienhauses an das Bestandsgebäude in Trebgast. Eine Überbauung des bestehenden gemeindlichen Abwasserkanals wird nicht gestattet. Der Bauherr wird den Mischwasserkanal auf seine Kosten verlegen lassen. Genehmigt wurden die Abweichungen vom Bebauungsplan hinsichtlich der Dachform (Flach- statt Satteldach) und der Überschreitung der Baugrenzen.

"Bei der Sanierung der Grundschule und dem Neubau des Horts sind wir sowohl zeitlich als auch finanziell auf Kurs", gab Herwig Neumann bekannt. Derzeit sei die Firma Lindner-Bau aus Spitzeichen dabei, den durch den Ausbau des Öltanks notwendig gewordenen Öffnung der Oberfläche wieder zu schließen. Grundschule und Hort werden künftig durch eine neue Pelletheizung versorgt. Gegen geplante Änderungen der Nachbargemeinde Neudrossenfeld an den Bebauungsplänen am Weinberg, Oberzinkenflur und an den Rotmainauen gab es keine Einwände.

Trebgast: Kreisstraßen werden saniert

Der Landkreis beabsichtigt eine Oberflächensanierung der Kreisstraßen ab Ortsende Trebgast bis Ortseingang Lindau und von Ortsende Lindau bis Fohlenhof. Für die Zeit des Abfräsens und Aufbringens einer neuen Deckschicht wird es zu Sperrungen kommen.

Eine neu verordnete Testpflicht für Firmen und Behörden wird auch die Verwaltungsgemeinschaft treffen. "Wir müssen uns überlegen, ob auch die gemeindlichen Bauhofmitarbeiter und der Gemeinderat in den regelmäßigen Testzyklus mit eingebunden werden sollen", überlegte der Bürgermeister. Werner Köstner (SPD/WG) bat darum, die Seilbahn am Spielplatz beim Tennisheim baldmöglichst zu aktivieren. "Die Kinder sind gerade jetzt in der schulfreien Zeit dankbar für jede Abwechslung."