• Tierheim Kulmbach "schockiert und traurig" über furchtbaren Fund in Karton
  • Kranke Tiere ohne Luftlöcher, Futter oder Wasser auf Waldweg ausgesetzt 
  • "Das Allerletzte": Tierheim Kulmbach wendet sich über Social Media an ehemaligen Besitzer 
  • Stellvertretende Tierheim-Leitung hofft auf neues Zuhause 

Am späten Sonntagabend, dem 7. August 2022, wurde das Tierheim Kulmbach von der Polizei darüber informiert, dass zwei ausgesetzte Tiere an einem Waldweg bei Thurnau gefunden wurden. Aufmerksame Hundebesitzer hätten die kleinen Lebewesen beim abendlichen Spaziergang entdeckt.

Tierheim Kulmbach entsetzt: Kranke Kaninchen "zum Sterben im Wald" ausgesetzt 

In einem verschlossenen Karton, ohne Luftlöcher, Wasser oder Futter seien zwei männliche Kaninchen ihrem Schicksal überlassen worden. "Ich gehe davon aus, dass das relativ kurz bevor sie gefunden wurden, passiert ist", erzählt die stellvertretende Leitung des Tierheims Kulmbach, A. Enzmann, gegenüber inFranken.de.

"Der Karton war relativ sauber. Es war noch kein Kot drin und das Gras, was reingeschmissen wurde, war auch noch nicht welk", beschreibt Enzmann. "Ich nehme an, dass die Besitzer wollten, dass sie gefunden werden, sonst hätten sie den Karton nicht direkt an dem Weg abgestellt."

Schnell hätte sich herausgestellt, dass beide Mümmelmänner in einem schlechten gesundheitlichen Zustand seien. Ein Kaninchen hätte "viel zu lange Zähne, die bereits in den Oberkiefer gewachsen sind". Das andere würde eine extreme Fehlstellung aufweisen, die auch im Video zu sehen ist.

Massive Fehlhaltung bei Tier: Bei keiner Besserung muss Kaninchen eingeschläfert werden

"Die Kopfschiefhaltung kann viele verschiedene Ursachen haben", erklärt A. Enzmann. Die Fehlstellung könne durch einen Sturz oder einen Schlag gekommen sein, vermutlich sei aber eine Infektionskrankheit der Auslöser gewesen. Genaueres würde man jedoch nicht wissen und könne auch der Tierarzt nicht sagen. 

Man müsse abwarten, ob die tierärztliche Behandlung anschlägt und sich der Allgemeinzustand verbessert. "Da es bei ihm sehr massiv ist, muss man schauen, ob es besser wird und ob er anständig fressen und trinken kann, sonst muss man ihn erlösen", meint Enzmann. Zukünftige Dauerpatienten würden beide Kaninchen jedoch nicht werden. 

"Es schockiert einen immer wieder und macht einen auch sehr traurig, weil es keinen Grund gibt, ein Tier einfach auszusetzen. Es gibt immer eine Lösung", erzählt die stellvertretende Leitung vom Tierheim Kulmbach

"Kein Interesse mehr gehabt - keine Ahnung von Tierhaltung" - Tierheim-Mitarbeiterin wütend

In einem Facebook-Post wenden sich die Tierschützer entsetzt an den ehemaligen Halter: "Sag mal, gehts noch? Sein krankes Tier einfach zum Sterben im Wald auszusetzen, ist ja wohl das allerletzte!"

Weshalb die Tiere ausgesetzt wurden, könne Enzmann nur raten. "Wahrscheinlich für die Kinder angeschafft und dann kein Interesse mehr gehabt - keine Ahnung von der Tierhaltung und dann einfach nicht mehr gekümmert. Dass sie wegen eines Urlaubes ausgesetzt wurden, glaube ich nicht, eher wegen des gesundheitlichen Zustandes und die damit verbundenen Kosten", mutmaßt die stellvertretende Leitung.

"Auch wenn die Kopfschiefhaltung bleibt, kann es trotzdem noch einige schönen Jahre haben", hofft A. Enzmann. Dann könnten beide Kaninchen aus dem Tierheim Kulmbach auch schon bald vermittelt werden.

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Vorschaubild: © Collage inFranken.de: Tierheim Kulmbach ; Sergio Cerrato - Italia/Pixabay