Der Club ist und bleibt a Depp. Diese Saison ist wieder so eine, in der der geneigte FCN-Fan die Sinnhaftigkeit seiner Leidenschaft hinterfragt. Oder ist man etwa unwissentlich Teilnehmer einer außerirdischen Langzeitstudie? Einer, die die Leidensfähigkeit von Fußballfans auf diesem verrückten Planeten untersucht?

Jedenfalls trieben die Kicker in den traditionsreichen weinroten Trikots ihre Anhänger zur unmöglichen Anstoßzeit am späten Dienstagnachmittag wieder einmal zur Verzweiflung. Das 1:2 gegen den Erzrivalen aus Fürth war schmerzlicher Tiefpunkt einer bisherigen Horror-Saison. Über dem Valznerweiher baumelt die Rote Laterne der 2. Liga - dabei fehlten in der vergangenen Saison nur 20 Minuten zum Bundesliga-Aufstieg!

Man sieht Schwar(t)z für den Club, dessen gleichnamiger Trainer wie ein überreifer Milchzahn wackelt.
Schwarz ist mittlerweile auch die Bilanz des "Ruhmreichen" gegen die Fürther. Von 19 Duellen seit 1997 gewann der Club gerade mal drei. Acht Derbys endeten Remis, ebenso oft siegten die Kleeblättler - ach du grüne Neune!

Eine blamable Bilanz für den FCN. Vor allem für dessen sportliche Leitung, die seit Jahren vor der Haustür Anschauungsunterricht bekommt, wie man trotz bescheidender finanzieller Mittel immer wieder Top-Kicker herausbringt - indem die Fürther konsequent auf eigene Nachwuchskräfte bauen.

Vor 32 Jahren, im Herbst 1984, krebste der 1. FC Nürnberg ebenfalls im Zweitliga-Keller herum. Als das Gros der damaligen Mannschaft ein Straftraining von Trainer Heinz Höher verweigerte, warf der Verein die sechs Rädelsführer kurzerhand raus - und den eigenen Nachwuchs ins kalte Wasser, darunter den 17-jährigen Stefan Reuter. Und die Club-Bubis wurden sensationell Meister. Noch heute spricht man beim FCN von der legendären Oktober-Revolution. Bald ist wieder Oktober...