Für die Kuvencracks des ATS ist noch immer kein Training möglich, denn auf der Eisbahn fehlt das wichtigste: das Eis. "Ich habe das Gefühl, dass es jedes Jahr später wird", sagt Abteilungsleiter Oliver We schenfelder. Ein professioneller Betrieb ist schon deshalb nicht möglich - die meisten Teams starten bereits im September. "Wenn man dann erst, so wie wir, im November oder Dezember anfangen kann, ist man schon ein ganzes Stück hinterher."

Angst vor der Sonne

Zwar sind nicht unbedingt Minusgrade notwendig, doch kalt muss es natürlich sein - erst dann kann die Maschine Schicht für Schicht das Eis aufbringen. Ein Rohrsystem unter dem Beton, durch das ein Kühlmittel fließt, sorgt dann dafür, dass das Eis auch an etwas wärmeren Tagen nicht schmilzt. Die größte Gefahr ist dann direkte Sonneneinstrahlung.
"Das kann die Schicht dann schnell beschädigen, auch wenn es draußen kalt ist", erklärt Weschenfelder.

Insgesamt dauert es sechs Tage, bis die Eisbahn einsatzbereit ist. Die Stadtwerke, die die Bahn betreiben, können - das hofft Weschenfelder - wohl in der kommenden Woche mit den Arbeiten anfangen. Testspiele in der Fremde sind für die Eishockey-Mannschaft des ATS derzeit die einzige Möglichkeit zu trainieren. Bislang hat das Team alle verloren, wenn auch knapp.

Die Mannschaft des ATS Kulmbach spielt inzwischen nicht mehr in der Bezirksliga. "Nachdem wir unser Bezirksligateam im zweiten Jahr nach der Neugründung wieder zurückgezogen haben, sind die meisten Spieler zur zweiten Mannschaft des EHC Bayreuth gewechselt", sagt Weschenfelder. In diesem Jahr fusionierten die nordbayerischen Hobby-Eishockeyligen NHC und NEHL zur DNHL. Unter diesem Dach gibt es vier Unterligen, zwischen denen die Teams auf- und absteigen können. Der ATS Kulmbach ist freiwillig in die dritte Liga gegangen und verzichtete damit auf das Recht, Bezirksliga-Spieler zu melden. "Zu Bezirksliga-Zeiten hatten wir Leute aus Nürnberg, Amberg, Hof und Schweinfurt. Da waren gerade einmal zwei Kulmbacher dabei. Heute spielen wir nur noch mit Einheimischen", sagt Weschenfelder. Das gehe zwar zulasten der Qualität, doch es kämen mehr Zuschauer als vorher.

20 000 Euro sind zu viel

Der Versuch, in den normalen Spielbetrieb einzusteigen, hat den Verein damals an seine finanziellen Grenzen gebracht. "Wir haben Verluste eingefahren. Eishockey ist ein teurer Sport", sagt Weschenfelder. Zudem gestaltete sich die Suche nach Sponsoren schwierig, keiner wollte so recht mitziehen. "Für die unterste Liga hätten wir ein Budget von rund 20 000 Euro gebraucht. Das können wir und viele andere Vereine sich nicht leisten." Deshalb schlossen sich die Teams in der DNHL zusammen.

Inzwischen steht der Verein laut Weschenfelder wieder auf sicheren Füßen. "Allerdings", betont er, "ist noch viel Aufbauarbeit zu leisten". Die Jugendarbeit laufe gut, immer wieder kämen junge Menschen, die sich für den Sport interessieren. Da ihre Altersspanne aber zwischen drei und 16 Jahren liegt, sei es schwierig, eine komplette Mannschaft zusammen zu bekommen.

Die Vorarbeit ist geleistet, die ATS-Eishockeyabteilung braucht nun Zeit, um sich zu entwickeln. Oliver Weschenfelder formuliert das Fernziel: "Es wäre schon schön, wenn wir wieder in der Bezirksliga starten können." Doch bei diesem Unterfangen möchte er nichts überstürzen. Vielmehr soll es das Produkt einer langsamen aber stetigen Entwicklung sein. "Wir wollen hier in Kulmbach etwas bewegen, trotz der schwierigen Bedingungen."