Basketball-Bundes ligist Medi Bayreuth geht schweren Zeiten entgegen. Vor knapp 3200 Zuschauern mussten sich die Oberfranken auch den Eisbären Bremerhaven mit 67:77 (28:40) geschlagen geben. Sie verpassten zum wiederholten Mal die Chance, Boden im Abstiegskampf gutzumachen, zumal mit Würzburg und Vechta zeitgleich zwei Rivalen Niederlagen hinnehmen mussten.


Bayreuth - Bremerhaven 67:77 (17:23, 11:17, 20:15, 19:22)

Vor 25 Jahren standen Bayreuths Cheftrainer Mike Koch und Eisbären-Coach Calvin Oldham gemeinsam auf dem Parkett der Oberfrankenhalle und bejubelten die deutsche Meisterschaft mit Steiner Bayreuth. Am Samstagabend hatte indes nur einer der beiden gut befreundeten Ex-Mannschaftskameraden Grund zur Freude - und das war der Trainer der Norddeutschen.


Zwar konnte sein Team zu Spielbeginn einige Probleme in der offensiven Abstimmung nicht verbergen, was Kochs Korbjäger jedoch nicht nutzen konnten. Als der wieder genesene Philip Zwiener den Bann in der 4. Minute mit einem Dreier zum 3:3 gebrochen hatte, wendete sich das Blatt schnell zu Gunsten der Gäste, die die Wagnerstädter geschickt vom Korb fernhielten, immer wieder zu schlechten Würfen zwangen und ein ums andere Mal einen Tick schneller waren. Bereits in der 8. Minute erzielte "Jungeisbär" Bazoumana Kone die erste zweistellige Gästeführung (17:7). Im zweiten Viertel wuchs der Vorsprung nach einem Freiwurftreffer von Adas Juskevicius sogar auf 15 Punkte an (40:25/18.), bevor den Bayreuthern durch ein Dreipunktspiel von Phillipp Heyden vor dem Seitenwechsel noch etwas Ergebniskosmetik gelang.

Kyle Weems spektakulär

"Meine Mannschaft hat heute gut gespielt, aber wir haben immer eine Phase, in der wir unkonzentriert spielen, uns Ballverluste leisten oder nicht gut verteidigen", analysierte Oldham nach Spielende. Diesmal war es das dritte Viertel. Die Bayreuther kamen mit viel Energie aus der Kabine und konnten den Rückstand, angeführt von ihrem Topscorer Kyle Weems, der jetzt unter anderem zweimal spektakulär per Alley-Oop-Dunking vollstreckte, Punkt um Punkt reduzieren. Als Ronnie Burrell in der 27. Minute einen Ball in den Bremerhavener Korb zum 43:46-Anschluss tippte, drohte die Partie zu kippen. Doch Bremerhavens Jusuf El Domiaty stoppte eine weitere Aufholjagd der Bayreuther mit einem erfolgreichen Dreier. Darius Adams, Zwiener und Juskevicius legten nach und bescherten den Eisbären einen 55:48-Vorsprung vor den letzten zehn Minuten.

Im Schlussviertel blieb es noch einige Zeit spannend. Als Bayreuths ansonsten blasser Neuzugang DJ Seeley sein Team mit einem Mitteldistanzwurf auf 58:62 (36.) heranbringen konnte, keimte noch einmal Hoffnung auf in der Oberfrankenhalle. Doch die Gäste von der Küste hielten den Sieg fest. Über Nationalspieler Zwiener, den wieselflinken Adams und den blendend aufgelegten Devin Searcy, der das Centerduell mit Bayreuths Brian Qvale klar für sich entschied und in knapp 26 Einsatzminuten mit 19 Punkten und 12 Rebounds ein bärenstarkes Double-Double verbuchte, kamen sie immer wieder zu einfachen Punkten.

"Jeder in der Halle hat gesehen, dass wir ein mentales Problem haben. Wir spielen ängstlich im Angriff, verweigern einfache Würfe und nehmen dann schwierige. Der Druck wird jetzt immer größer, und meine Mannschaft hat ihm heute nicht standgehalten. Wir waren am Anfang wie eingegipst, diese Lethargie und Angst hat Bremerhaven clever ausgenutzt", kommentierte Michael Koch.

Medi Bayreuth: Weems (17 Punkite/1 Dreier), Hamilton (15/2), Qvale (10/0), Burrell (8/0), Wyrick (6/2), Seeley (5/0), Simon (3/0), Heyden (3/0), Schmitz, Chambers, Zeis, Spöler. - Zuschauer: 3195.