Basketball-Bundes-ligist Medi Bayreuth kann wieder optimistischer in die Zukunft sehen. Die Oberfranken feierten am Sonntag einen überlegenen 90:71 (51:28)-Sieg über Play-Off-Kandidat Phoenix Hagen und konnten sich auf Platz 15 in der Tabelle vorschieben. Mit Würzburg, Tübingen und Vechta gingen die Rivalen im Kampf um den Klassenerhalt allesamt leer aus.

"Wir waren zu Beginn hellwach, haben schnell einen guten Rhythmus in der Offensive gefunden, intensiv verteidigt und vor allem den Rebound kontrolliert", brachte es Headcoach Michael Koch nach dem dritten Erfolg unter seiner Regie auf den Punkt. Und in der Tat: Während die Bayreuther vom Start weg mit hoher Intensität zu Werke gingen und keinen Ball verloren gaben, ließen es die Gäste aus Westfalen etwas gemächlicher angehen. Das zeigte sich schnell am Spielstand: Bereits in der 7. Minute sorgte Kyle Weems mit einem Dreier für die erste zweistellige Bayreuther Führung (20:8), die bis zur ersten Viertelpause (28:12) weiter anwuchs.

Den besseren Start in die zweiten zehn Minuten erwischten die Hagener, die mit aggressiver Halbfeldpresse und einem 10:2-Lauf auf 22:30 (13.) verkürzten. Fünf Punkte in Serie des überragenden Weems stoppten jedoch die Aufholjagd der Gäste. Ronald Burrell legte vier weitere Zähler nach. Weems verzückte, mehrfach glänzend von Kevin Hamilton in Szene gesetzt, die 3080 Zuschauer und foppte ein ums andere Mal die Hagener Defensive. Er stellte seinen Punktezähler bis zur Halbzeitpause auf 20.

"Eine Katastrophe"

Beim Stand von 51:28 wurden die Seiten gewechselt. "Die erste Halbzeit war eine Katastrophe. Meine Mannschaft hat es an so gut wie allem vermissen lassen, das man braucht, um überhaupt vernünftig Basketball spielen zu können", ging Gästecoach Ingo Freyer mit seinem Team hart ins Gericht, wenngleich sich die Westfalen in den zweiten zwanzig Minuten etwas besser präsentierten. Das lag in erster Linie an der Umstellung auf Zonenverteidigung, mit der die Bayreuther zunächst einige Probleme hatten. Bis auf 47:61 (28.) konnten die Feuervögel noch einmal verkürzen. Beim Stand von 65:47 ging es in den letzten Spielabschnitt, in dem Beckham Wyrick gleich mit zwei Dreiern zum 74:47-Zwischenstand (32.) die letzten Hoffnungen der Gäste zerstörte.

"Wir werden kurz feiern, ab Montag beginnt aber die Vorbereitung auf unser schweres Auswärtsspiel am Samstag in Tübingen", richtete Koch den Blick umgehend auf die nächste Aufgabe. Neben dem herausragenden Topscorer Kyle Weems (27 Punkte) überzeugte bei den Wagnerstädtern der souverän Regie führende Kevin Hamilton (10 Punkte, 8 Assists) und Center Brian Qvale (14 Punkte, 9 Rebounds). Bester Werfer bei Hagen war Larry Gordon (19).

Medi Bayreuth: Spöler, Seeley (8/2), Simon, Hamilton (10), Chambers, Schmitz (6), Heyden (2), Burrell (13), Weems (27/4), Qvale (14), Wyrick (10/2).