Laden...
Kulmbach
Burggeflüster

Seltsame Briefe aus dem Netz

Was gibt das für nette Menschen auf der Welt. Alle wollen mir Geld schenken. Ich müsste eigentlich happy sein. Wirklich?
Artikel drucken Artikel einbetten
Wenn man sich E-Mails mal etwas genauer anschaut, kann man schon mal verzweifeln. Symbolfoto: Archiv
Wenn man sich E-Mails mal etwas genauer anschaut, kann man schon mal verzweifeln. Symbolfoto: Archiv

Kennen Sie zufällig eine gewisse Marina Robert? Oder einen Martin Petersen, einen Dr. Fredrik Johan, eine Lisa Robertson oder einen Tayeb Souami aus New Jersey? Nein? Ich auch nicht. Aber ich habe Post von ihnen allen erhalten, besser gesagt E-Mails. Und ich weiß nicht, warum meine Firewall all die netten Briefe in den Spam-Ordner verschoben hat.

Klingt plausibel

Denn all diese Leute haben mir irgendwie Geld versprochen. Zusammen etwa, Moment, da muss ich rechnen, 336,2 Millionen US-Dollar plus 15,4 Millionen britische Pfund. Na, wenn das nichts ist.

Marina Robert zum Beispiel hat mir mitgeteilt, dass ihr Papa, ein reicher Kakaohändler an der Elfenbeinküste, erschossen worden ist. Wie schrecklich. Jetzt sucht sie einen Vormund für das Riesenerbe, weil ihr Onkel sie - ich zitiere - "aufgewärmt hat". Und da hat sie an mich gedacht. Klingt doch irgendwie plausibel.

Tayeb Souami wiederum, so habe ich ihn verstanden, hat sich entschlossen, sein Vermögen von 315 US-Dollar an fünf zufällig ausgewählte Erdenbewohner zu spenden. Einer der fünf bin ich, zwei Millionen will er mir überweisen. Aha, seine Rechnung lautet also: fünf Mal zwei ist gleich 315. Rechnen kann er zwar nicht, aber sollte ich das Angebot deshalb ausschlagen?

Mein Rat: Einfach wegschmeißen

Schließlich Dr. Fredrik Johan aus London. Er gibt offen zu, dass "die Wahl der Kontaktaufnahme" mit mir "aus der geographischen Natur, wo Sie, vor allem aufgrund der Sensibilität der Transaktion und die Vertraulichkeit hier Leben geweckt ist" (deutsche Sprache, schwere Sprache ...). Jetzt warte jemand in seiner Bank auf einen Verwandten von mir "zu kommen-Up für die Behauptung, aber niemand hat das getan". Naja, ehrlich gesagt, ich habe auch niemanden darum gebeten.

Aber Spaß beiseite: Sollten auch Sie solche seltsamen Briefe erhalten (haben), schmeißen Sie sie weg, denn da will jemand an Ihr Geld und nicht umgekehrt. Machen Sie es wie ich: Spielen Sie Lotto. Da ist ein Geldsegen viel realistischer. Dietmar Hofmann

Verwandte Artikel