In der nächsten Woche geht es los: Dann startet der Landkreis seine Aktion "Schule.Sicher!" Die Verantwortlichen im Landratsamt haben in Abstimmung mit dem staatlichen Schulamt und den Schulleitungen ein Konzept erarbeitet, wie innerhalb einer Woche alle Schulen mit Covid-19-Tests und - wenn gewünscht - auch Impfungen bedient werden können. Dafür sind nach Auskunft von Oliver Hempfling, Leiter des Krisenstabs, zwei Teams unterwegs, und zwar jeweils vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags zwischen 13 und 16 Uhr. "Da wir nicht in alle Schulen gehen können, haben wir quer durch den Landkreis Standorte festgelegt, die auch von anderen Schulstandorten leicht zu erreichen sind", sagt Hempfling. Eine entsprechende Übersicht findet sich auf der Website des Landratsamts.

"Keine Kampagne durch die Hintertür"

Kritische Stimmen behaupten: Der Landkreis führe einen Werbefeldzug für die Anti-Corona-Impfung und baue damit indirekt die Brücke zu einer verkappten Impfpflicht. "Das ist ganz sicher nicht die Absicht", sagt Landkreis-Justiziarin Kathrin Limmer. "Es handelt sich um ein niederschwelliges Angebot. Wir erhoffen uns, dass ein stückweit Sicherheit bei den Getesteten an der Schule herrscht, wenn es um die eigene Gesundheit geht." Der Fokus liege klar auf den Testungen, es sei beileibe keine "Impfkampagne durch die Hintertür."

Die Ständige Impfkommission (Stiko) habe lange mit einer Empfehlung zur Impfung für Kinder ab zwölf Jahren gewartet, so Limmer. Für diese Kinder sind die Impfstoffe Comirnaty (Biontech/Pfizer) und Spikevax (Moderna) durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) zugelassen und von der Stiko auch mittlerweile empfohlen. "Unser Angebot zielt vor allem auf Information, aber wir möchten den Menschen eine medizinisch fundierte Einschätzung geben. Deswegen haben wir einen entsprechend ausgebildeten Arzt mit dabei, der möglichst viele Fragen rund um das Thema Covid19-Schutz beantworten kann.

Auch Impfungen direkt vor Ort sind möglich, so LImmer. Zum Einsatz komme dabei ausschließlich das Vakzin von Biontech. Eine Registrierung oder Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich. Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Verwaltungspersonal könnten sich spontan für eine Impfung entscheiden und während des Zeitfensters die Schule aufsuchen. Dabei ist die Vorlage eines Ausweises, des Impfpasses (soweit vorhanden) und bei Minderjährigen einer Einverständniserklärung der Eltern nötig.

Kathrin Limmer betont, dass es sich in keiner Weise um eine Pflichtveranstaltung handele. Eine Festlegung auf die Schule, die man besucht, gibt es nicht. So kann jeder das Angebot an dem Standort und auch zeitlich so wahrnehmen, wie es für ihn am günstigsten ist. Für eine Testung ist eine vorherige Registrierung notwendig. Diese kann direkt vor Ort in der Schule oder bereits vorab (über https://covidtestbayern.sampletracker.eu/) erfolgen. Der im Anschluss an die Registrierung erzeugte QR-Code ist für die Testung vorzuzeigen.

Die Reaktionen auf das Angebot fallen mehrheitlich positiv aus. "Der Elternbeirat des MGF-Gymnasiums begrüßt die vom Landratsamt Kulmbach eröffnete Möglichkeit der PCR-Testung und einer freiwilligen Impfung für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehr- und Verwaltungskräfte", sagt Beiratsvorsitzender Bernd Rosemann.

Etwas weiter holt Uschi Prawitz aus, die dem Elternbeirat am CVG vorsteht. "Als Elternbeiratsvorsitzende positioniere ich mich nicht zu dem Thema. Zum einen ist die Elternschaft diesbezüglich ebenso gespalten wie der Rest der Gesellschaft, zum anderen handelt es sich bei dem Angebot um keine schulische Veranstaltung. Es ist ein außerschulisches Angebot des Freistaats/Gesundheitsamts. Somit ist der Elternbeirat nicht der korrekte Ansprechpartner." Darüber hinaus appelliert sie an die Eltern, die ein solches Angebot kritisieren, "sich mit ihrer Kritik an die Stellen zu wenden, die verantwortlich sind - und das ist weder der Elternbeirat noch die Schulleitung". Festzustellen wäre auch, dass es sich um ein freiwilliges Angebot handele und bei Minderjährigen ohnehin das Einverständnis der Eltern benötigt werde.

Warten auf Details

Seitens der Schulleitungen der beiden Gymnasien gab es auf BR-Anfrage keine Rückmeldungen. Monika Hild, Rektorin der Realschule, teilt mit: "Ich kann noch nicht mit konkreteren Informationen dienen. Unsere Schule hat bisher alle Eltern unterrichtet und wird das auch weiter tun. Kritik von Seiten der Eltern wurde uns gegenüber bisher nicht geäußert."