Der Teppich wird ausgerollt: An der A 70 bei Thurnau hat die Verlegung der Autobahntrasse begonnen, mit der ein direkter Anschluss ins Industriegebiet geschaffen wird. Eine Verbindung, die für viele Unternehmen wichtig ist. So auch für die Firma Emons, die in der Töpfergemeinde ein 16-Millionen-Euro-Projekt in Angriff nimmt. Im Industriegebiet wird eine 16 000 Quadratmeter große Halle für Logistik, Endmontage und Modulbau errichtet. Am Freitag erfolgte der offizielle Spatenstich.

Keine reine Logistikhalle

Es wird keine reine Logistikhalle werden. "Wir haben keine vollautomatischen Hochregale, bei uns wird viel mit der Hand gemacht", erläuterte beim offiziellen Spatenstich am gestrigen Freitag der Himmelkroner Emons-Niederlassungsleiter Stephan Meixner. Bis zu 50 Arbeitsplätze sollen entstehen, schon im März will die Firma mit 30 Mitarbeitern in Thurnau den Betrieb aufnehmen.

"Es war uns wichtig"

"Es war uns wichtig, dass es kein reines Speditionsgebäude wird", stellte Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) fest, der sich freute, dass sich die Firma Emons für Thurnau entschieden hat. Dass das Logistikunternehmen seinen Erweiterungsbau im Landkreis Kulmbach realisiert, bezeichnete auch Landrat Klaus Peter Söllner (FW) als "tolle Geschichte".

Dabei wollte Emons ursprünglich am Firmensitz in Himmelkron expandieren. Weil dort aber keine Erweiterungsflächen zur Verfügung standen, hat die Geschäftsführung nach anderen Standorten in der Region Ausschau gehalten. Und ist in Thurnau fündig geworden. Seit Tagen wird nun an der A 70 und nicht an der A 9/B 303 gebaut.

Direkte Anbindung war Grundvoraussetzung

Dass die direkte Anbindung an die Autobahn eine Bedingung für die Ansiedlung in der Töpfergemeinde war, betonte Geschäftsführer Timor Spörl. "Ein kurzer, schneller Weg auf die Autobahn ist für uns wichtig." Geschäftsführer Ralf Wieland (CEO) erklärte, dass Emons in Thurnau mit offenen Armen empfangen worden sei. "Das ist in der Logistik- und Speditionsbranche nicht überall der Fall."

Das Industriegebiet ist voll

Der 16 Millionen Euro teure Neubau ist ein weiterer Erfolg für den Wirtschaftsstandort Thurnau. Im Industriegebiet haben sich seit 2015 zehn neue Firmen niedergelassen beziehungsweise siedeln sich 2020 noch an. Der letzte große Coup, der gelungen ist, war das Großprojekt der Kulmbacher Firma Konrad Friedrichs German Carbide, die Hartmetall fertigt und in den Bau einer Produktionsstätte 17 Millionen Euro investiert hat.

Wie Martin Bernreuther mitteilte, ist auf dem 20 Hektar großen Industrieareal nun kein Grundstück mehr frei. Nachfrage sei aber nach wie vor vorhanden. "Wenn das so weiter geht, müssen wir vielleicht doch noch einmal über eine Erweiterung nachdenken", stellte der Bürgermeister fest.