0 Grad, der Schneeregen sucht sich "Dröbbje für Dröbbje", wie es einst im Werbespot für Kaffeemilch aus Holland hieß, seinen Weg unter die Kleidung. Die Arbeiter auf der Brückenbaustelle sind vermummt und an zehn Fingern abzuzählen. Eine Kreissäge frisst sich durch Schalungsbretter, in Hörweite gräbt sich ein Radlader in den Matsch.

Vor drei Wochen herrschte hier noch Hochbetrieb, bahnte sich ein Betonmischer nach dem anderen seinen Weg zur ersten von sechs Brücken im Zuge der Umgehung Untersteinach. 135 Ladungen, rund 1000 Kubikmeter, waren nötig für das "Kreuzungsbauwerk 4-3", wie es in der Planersprache genannt wird.

25 Mann der Firma Kropp aus dem hessischen Großenlüder bei Fulda nahmen die Lieferung in Empfang und verarbeiteten sie zügig. "Wir haben von 8 Uhr morgens bis Mitternacht gearbeitet", sagt Vorarbeiter André Gänsler. Etwa fünf solcher Großbaustellen, heißt es aus der Firmenzentrale, betreut die Firma bundesweit pro Jahr. Momentan sind die Arbeiter in Untersteinach mit Ausschalungsarbeiten beschäftigt. Die beiden Widerlager und der Überbau der Stahlbetonkonstruktion erheben sich bereits deutlich sichtbar aus dem Gelände neben der Bundesstraße 303.


Im Frühjahr fertig

Nach Angaben von Kurt Schnabel von Staatlichen Bauamt Bayreuth dient das Kreuzungsbauwerk dazu, die B 289 im Zuge der neuen Ortsumgehung Untersteinach über den Anschluss an die B 303 zu führen. Das Projekt soll im Frühjahr 2017 komplett fertiggestellt sein (mit Ausnahme des Geländers). Die Verkehrsfreigabe ist nach Fertigstellung der Ortsumgehung Untersteinach für Ende 2020 geplant, so Schnabel.

In Kürze wird der Bau der weiteren Brücken folgen. "Mit dem Bauwerk 4-1 ist bereits begonnen worden, die Bohrpfahlgründung fertiggestellt. Als nächstes werden Widerlager und Stützen betoniert. Beim Bauwerk 4-2 begannen vergangene Woche die Arbeiten für die Gründung. Nächstes Jahr ist Baubeginn für die Bauwerke 2-3, 3-2 und 3-1."
Diese Projekte s
ind nicht die teuersten im Zuge des Gesamtprojekts Umgehung. Die hohen Aufwendungen von über 80 Millionen Euro entstünden im Wesentlichen durch einen 720 Meter langen Tunnel bei Kauerndorf und eine 560 Meter lange Talbrücke über die Schorgast. Das Projekt ist in zwei Abschnitte unterteilt, wobei der drei Kilometer lange Abschnitt Untersteinach mit rund 36 Millionen Euro veranschlagt ist.