Philipp Baaske und Stefan Duhr beschäftigen sich mit der Entwicklung von Messgeräten, mit denen die Wirksamkeit von Medikamenten im Körper bestimmt werden kann. Die beiden Gründer bewiesen der Expertenjury, dass innovative Wissenschaftler auch hervorragende Unternehmer sein können.

Praktische Vorteile
Das NanoTemper-Verfahren ist vor allem in der Pharmaforschung interessant. "Man kann so prüfen, ob eine neu entwickelte Substanz überhaupt an den kranken Zellen andockt, denn nur dann kann sie auch wirken", sagt Stefan Duhr. Ihre Methode hat auch praktische Vorteile: Die Tests dauern nur wenige Minuten.

"Aneinander gebundene Moleküle bewegen sich anders als getrennte, wenn man sie Temperaturunterschieden aussetzt. Damit verändert sich auch das fluoreszierende Licht, das jedes Molekül abstrahlt", erklärt Stefan Duhr. In der Theorie war diese so genannte Thermophorese schon bekannt, in der Praxis galten die Mikro-Veränderungen jedoch als nicht nachweisbar. Biochemiker Stefan Duhr (34) und Biophysiker Philipp Baaske (35) bewiesen in ihrer Promotion das Gegenteil und stellten ganz nebenbei auch noch die bestehende Lehrmeinung auf den Kopf: Sie erwärmten Proben punktuell mit Infrarotlasern, maßen die dadurch ausgelösten Veränderungen in der Helligkeit und konnten so testen, ob die Moleküle sich verbunden hatten oder nicht.

Prototyp war so groß wie ein Bierkasten
Nach der Promotion hatten die Wissenschaftler zwar ein innovatives Verfahren, aber "das Patent alleine hätte niemanden interessiert". Die beiden wollten mehr und bewarben sich um das Ausgründungsprogramm der Uni München, eine halbe Stelle für jeden und einen Arbeitsraum. "Wir waren jung und ehrgeizig, das Risiko war überschaubar." Zwei Jahre tüftelte das Team an den Prototypen. "Eine enorm spannende Zeit, man lernt unheimlich viel." Das erste Gerät war rund 20 Kilo schwer und so groß wir ein Bierkasten. Rund 30 Prototypen verkauften die Gründer, bevor sie in Serie gingen. Bis heute setzen sie auf den Vorführeffekt: Interessenten dürfen das System mit eigenen Proben testen. "Anfangs haben wir die Geräte mit der U-Bahn zum Kunden gebracht."
Die Experten des Deutschen Gründerpreises waren begeistert: "Eine echte Innovation mit extrem hohem Kundennutzen."

Die Jury war auch von Thomas Jaenisch und Felix Rohland angetan, die es bis ins Finale geschafft haben. Die zwei Helmbrechtser haben mit bunten Mützen die Szene erobert und Häkeln zum neuen Trend gemacht. Sie zeigten mit Myboshi, wie aus einer kleinen Idee Großes werden kann.

Der Anfang wurde schon oft erzählt: Ein Skilehrerjob in Japan, langweilige, dunkle Winterabende, eine Spanierin, die zwei Jungs aus Bayern das Häkeln beibringt und ein Australier, der unbedingt die bunten selbstgemachten Mützen kaufen will. "Da haben wir gesehen, dass man damit Geld verdienen kann", erzählt Jaenisch (30).

Richtig oder gar nicht
Wieso wollen ein Wirtschaftsingenieur und ein Realschullehrer ausgerechnet Mützen häkeln? "Andere machen nach der Uni eine Weltreise und wir wollten eben Myboshi", sagt Felix Rohland (29). Zurück in Deutschland häkelten die Jungs anfangs nur für Freunde. Die Sache sprach sich herum, die Familien halfen mit. Doch nach rund 2000 Boshis war die Grenze erreicht: "Da haben wir gesagt: Entweder machen wir es richtig oder wir hören auf." Die beiden investierten in einen professionellen Internetauftritt und suchten sich per Kleinanzeige Verstärkung. Heute hängen fast 40 vorwiegend ältere Mitarbeiter an der Häkelnadel und erwirtschaften einen Umsatz von rund 3,2 Millionen Euro.