Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland auf 3,2 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche Weizen angebaut, auf 1,6 Millionen Hektar Gerste, auf 616 000 Hektar Roggen und auf immerhin 140 000 Hektar Hafer. Hinzu kommt Triticale, eine Mischung aus Roggen und Weizen auf einer Fläche von 402 000 Hektar. Bei einer kleinen Umfrage unter den Drittklässlern der Neuenmarkter Schule wurde auch schnell klar, was mit all dem Getreide passiert: Es wird gegessen oder verarbeitet. Fast alle Kinder haben Haferflocken, Müsli, Getreidebrei, Brot oder Brötchen gefrühstückt. Und all das wird aus Getreide gemacht, erläuterte die Expertin vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bernadette Schilling.


Welt des Getreides erkundet

Mit den Dritt- und Viertklässlern der Neuenmarkter Schule erkundete die Expertin die Welt des Getreides.
In einem Getreideworkshop lernten die Kinder, wie man die verschiedenen Getreidesorten unterscheiden kann.
"Das ist Hafer", erkannte Elias Schoberth (9) auf den ersten Blick. Denn Hafer wächst an Rispen, nicht in Ähren. Außerdem kennt sich Elias Schoberth mit Hafer aus. "Ich habe heute früh Schokomüsli gegessen. Aber selbst Haferflocken zu machen, das wäre nichts für mich", musste Elias nach den ersten Versuchen, Haferkörner mit dem Hammer zu Flocken zu quetschen feststellen. "Ich esse auch oft Müsli, aber eigentlich noch viel lieber Toastie", verrät Oliver Werner (9).
Beim Getreideworkshop erklärte Oliver Werner, wie Haferflocken entstehen, lernte aber auch, wie Weizen - der Hauptbestandteil des Toastbrotes - aussieht. Weizen hat kaum Grannen, nur winzige Wimpern. Gerste dagegen hat sehr große Grannen - deshalb ist sie auch leicht zu erkennen. Mit Sorgfalt befassten sich auch Marius Dörfler (9), Jonas Valentin (9), Sercan Kirci (9), Melina von Berlipsch und Fee-Zoe Kleyn (9) damt, wie man die Getreidesorten unterscheidet, woran man sie erkennt und zu welchen Lebensmitteln man sie verarbeitet.
Bernadette Schilling gewährte zudem einen Einblick in die Arbeiten auf dem Getreidefeld, ging auf all die riesigen Maschinen ein, die zum Getreideanbau nötig sind. Und am Ende probierten die Schüler Brot - und erlebten auch geschmacklich, wie das Korn gekeimt ist, wie es Regen und Sonnenschein zum Wachsen gebraucht hat. Nach viel Kopfzerbrechen und einigen Erklärungen der Lehrerinnen hatten schließlich alle Kinder die Getreideähren zuordnen können.


Blick auf gesunde Lebensmittel

"Ich möchte mit dem Getreideworkshop Lust auf das Programm ,Erlebnis Bauernhof‘ machen - alle Schüler der Jahrgangsstufen drei und vier können daran teilnehmen und auch einen Bauernhof besuchen", erklärte Bernadette Schilling. Seit dem Start des Programmes haben bereits 103 000 Schulkinder mehr als 500 Bauernhöfe besucht - allein in Bayern. "Wir möchten mit diesem Programm einen Beitrag zu leisten, die Wertschätzung für gesunde Lebensmittel und den Respekt vor den Leistungen der Landwirtschaft zu stärken", so Schilling.
Und ein paar Rezepte für selbst gemachte Brote und Müsli-Riegel hatte die Getreide-Expertin auch noch dabei. Nicht nur an der Neuenmarkter Schule stellt Bernadette Schilling übrigens Getreide vor, sondern auch in Trebgast. Auch einige Schulen im Landkreis Kronach haben schon den Getreide-Workshop besucht.