VW-Boss Martin Winterkorn hat's geschafft. Er kassierte im vergangenen Jahr 13 Millionen Euro, während seine Fließbandarbeiter nur etwa 30.000 Euro netto zusammengebracht hatten. Damit gehört er zu den weltweiten Top 10 der Spitzenverdiener in Vorstandsgremien.

Als Winterkorns Verdienst dieser Tage von n-tv veröffentlicht wurde, kam sogleich die Frage auf, ob eine solche Summe gerecht sei. Ja sagen manche, gemessen am Unternehmenswert und der Zahl der Mitarbeiter. Nein sage ich, abseits jeglicher Neidgefühle. Denn: Mehr als arbeiten kann man nicht.

Oder hat der mittelständische Bauunternehmer mit 30 Beschäftigten weniger zu tun? Hat er nicht ebenso oft einen 13- oder 14-Stunden-Tag? Muss er sich nicht um Aufträge kümmern für Mitarbeiter, die ihre Familien ernähren müssen?

Doch Winterkorn verdient so viel, weil wir in einer freien Marktwirtschaft leben, in der so viele VW gekauft werden, dass
der Konzern 2013 seinen Gewinn nach Steuern auf 21,9 Milliarden Euro gesteigert hat. Da sind die Chef-Tantiemen doch nur Peanuts.

Und weil - unter anderem - täglich rund vier Millionen Nürnberger Rostbratwürste Uli Hoeneß' Fabrik verlassen, ließ die Schweizer Bank Vontobel den Ex-Boss des FC Bayern mit bis zu zwei Milliarden Euro an der Börse zocken.

Ach, Martin Winterkorn, was bist du für ein armes Würstchen. Peter Müller