Maskenpflicht: Was Berufstätige und Kunden in der Region Kulmbach davon halten
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Benjamin Adam
Friseur Thomas Ploner kommt seinen Kunden - hier Yannik Zenker - ganz nah, deshalb ist es wichtig, dass sich jeder an die Maskenpflicht hält.
Die Behandlungsliegen werden nach jedem Patienten desinfiziert, auch die Rollen werden gereinigt. "Zwischen den Terminen werden die Fenster geöffnet und ich gehe manchmal frische Luft schnappen", sagt Physiotherapeutin Christina Müller.
Isabell Müller arbeitet halbtags in der Bäckerei Kodisch. "Die Maske ist nicht angenehm, vor allem, weil es in der Bäckerei warm ist. Aber mit dem Face-Shield kam ich nicht zurecht", erklärt die Verkäuferin.
Den ganzen Tag einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen ist kein Zuckerschlecken: Doch die Kulmbacher und Landkreisbürger, die von Berufs wegen Menschen nahe kommen, akzeptieren die Regeln. Es gibt aber auch Kritik.
Die Schere von Thomas Ploner klappert munter: Normalerweise ist der Stadtsteinacher Friseur mit seinen Kunden immer ins Gespräch vertieft, doch aktuell fehlt ihm dazu manchmal ein bisschen die Luft - und auch die Lust: "Ich trage die Maske, aber ich bin den ganzen Tag im Geschäft und ich merke das sehr." Er wird noch konkreter: "Durch die Maske wird das Atmen erschwert. Man hat den Eindruck, alles ist viel anstrengender. Und je heißer die Temperaturen sind, desto schlimmer ist es." Trotzdem möchte er nicht jammern. Er akzeptiert die Maske und hält die Hygieneregeln genau ein, auf keinen Fall möchte er wieder eine Schließung provozieren. "Nach der Wieder-Eröffnung nach dem Lockdown erlebten wir vier Wochen einen richtigen Run, jetzt kommen die Kunden fast ein bisschen verhalten."
Die meisten Kunden haben sich mit der Maskenpflicht abgefunden. Auch Yannik Zenker ist verständnisvoll. "Es ist immer noch ungewohnt, hier mit Maske zu sitzen. Aber ich bin schon zum dritten Mal da." Und weil die Regeln nun mal so sind, akzeptiert er die Maskenpflicht. "Wir sehen ein, dass wir die Maske brauchen. Ich sehe schon die Gefahr, dass in ein paar Wochen, wenn alle aus Spanien nach Hause kommen, hier wieder die Krankheitszahlen steigen", sinniert Ploner. Und Zenker nickt. Obwohl er allen Grund hätte, sauer zu sein. Er beendete gerade die 10. Klasse. Eigentlich wollte er auf einem Abschlussball feiern und mit Klassenkameraden Ferien machen: alles gecancelt. "Ich wollte eigentlich nach der Schule Automobilkaufmann machen, aber die Autobranche ist richtig am Boden. Jetzt schreibe ich andere Bewerbungen", sagt der Absolvent.
Stimmungsbild in Kulmbach und Umgebung: Die meisten akzeptieren die Maskenpflicht
"Wir haben jetzt sechs Wochen geschafft. Das sollten wir nicht aufs Spiel setzen. Wenn jeder mithilft und die Regeln akzeptiert, kommen wir vielleicht noch gut davon", sagt auch Ploner und hofft, dass alle mitmachen. Seine Kunden akzeptieren nahezu alle die Vorgaben. Die Leute desinfizieren sich die Hände, lassen ihre Maske auf. "Nur einmal hatte ich eine Kundin, die ein ärztliches Attest hatte", erzählt der Friseur. Die wurde dann ohne behandelt.
Persönlich hat sie einen Masken-Trick: Müller überkreuzt die Gummibänder ihrer Masken, weil die Masken dann straffer am Gesicht sitzen und sich so angenehmer tragen lassen. Bei ihrer Tätigkeit in der Bäckerei schwört Müller auf Einwegmasken, denn durch die könne sie am besten atmen.