Wenn im April im Martin-Gropius-Bau in Berlin in Berlin die Ausstellung "Der Luthereffekt" eröffnet wird, wird unter den Exponaten auch ein Gemälde aus Kulmbach sein: Das Bekenntnis-Bild aus der Petrikirche wird über den Sommer ans Deutsche Historische Museum ausgeliehen und wird damit ein zentrales Element einer der großen bundesdeutschen Ausstellungen zum Reformationsjubiläum in Berlin.


Restauratorin am Werk

Das Bild stammt aus dem Jahr 1607 und ist rund zwei Meter mal zwei Meter groß, in Öl auf Holz gemalt mit einem vergoldeten geschnitzten Holzrahmen. Seit vielen Jahren hängt es in der Nordost-Ecke des Kirchenschiffs der Kirche, die oft kalt und feucht ist. Deshalb wird das Gemälde in diesen Tagen von der Restauratorin Lisa Kellermann gereinigt und so instandgesetzt, dass es mit einem Spezial-Transport nach Berlin gebracht werden kann. Die Zeit drängt, denn schon am 11. April 2017 wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Ausstellung "Der Luthereffekt - 500 Jahre Protestantismus in der Welt" in Berlin eröffnen.
Damit im Jubiläumsjahr der Reformation die Wand in der Petrikirche nicht leer bleibt, wird eine Foto-Replik den Sommer über das wertvolle und historische Gemälde ersetzen.
Das Gemälde zeigt in vielfachen Szenen und Einzelheiten Situationen aus der Leben einer lutherischen Gemeinde Anfang des 17. Jahrhunderts: Abendmahl und Beichte, Taufe und Hochzeit, Predigt und Kinder-Lehre. Im unteren Teil des Bildes sind die Kurfürsten und Vertreter der evangelischen auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 zu sehen. Auch ein Vertreter aus Kulmbach ist dabei. Er vertrat auf dem Reichstag die evangelische Stadt Kulmbach, in der bereits 1528 die lutherische Lehre eingeführt wurde.


Frühe Anhänger der Lehre

In Kulmbach befand sich seit dem Jahr 1340 ein Augustiner-Kloster. Auf diesem Weg dürften die Gedanken Martin Luthers in die Stadt gelangt sein. Die Markgrafen Kasimir und Georg waren - der eine weniger, der andere ganz entschieden - frühe Anhänger der "neuen Lehre".
Zu den Wegbereitern der Reformation in Kulmbach gehörte auch Johann Eck, 1494 geboren, ein Zeitgenosse Luthers, der diesen wohl auch persönlich gekannt hat. Nach dem Bundesständischen Krieg und dem verheerenden Konraditag 1553 war es vor allem Georg Thiel, der der die Reformation weiter vorantrieb. Die Glaubenskriege brachten auch Flüchtlinge in die Region. Als Dank dafür, als Religionsflüchtling in Kulmbach eine neue Heimat gefunden zu haben, stiftete Simon Schmutzler 1607 das "Konfessionsbild".


Ausstellunen zum Reformationsjubiläum (Auswahl)

Berlin "Der Luthereffekt - 500 Jahre Protestantismus in der Welt", 12. April bis 5. November, Ausstellung des Deutschen Historischen Museums im Martin-Gropius-Bau in Berlin.


Coburg Bayerische Landesausstellung"Ritter, Bauern, Lutheraner", 9. Mai bis 5. November, Veste Coburg.


Nürnberg "Luther, Kolumbus und die Folgen", 13. Juli bis 12. November, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg