Erst im vergangenen Jahr waren die Musiker um Vorsitzenden Marco Heuschmann und Dirigent Rainer Streit neue Wege gegangen, weil der seit mehr als 30 Jahren angestammte Veranstaltungsort - das FC-Sportheim in Ludwigschorgast - ausgefallen war. Ausgefallen deshalb, weil Jahr für Jahr mehr Musikliebhaber das große Osterkonzert der "Schorgasttaler" hören wollten, der Ludwigschorgaster Saal aber mit Stühlen und Tischen nur 180 Personen Platz bietet. In der Versammlungsstättenverordnung ist das genau geregelt.

So sehr sich die Musiker über ihre steigende Beliebtheit auch freuen können, der Abschied aus Ludwigschorgast fiel schwer, zumal der Musikverein und der FC Ludwigschorgast über Jahre bei der Großveranstaltung gut zusammengearbeitet hatten.
Doch Alternativen wie ein Konzert an zwei Abenden oder reine Bestuhlung der Halle ohne Tische (und ohne Bewirtung durch den FC) wurden nach langer Diskussion verworfen.

Mehrarbeit durch Wechsel

Eine neue Bleibe fanden die Musiker 2014 in der Dreifach-Turnhalle in Neuenmarkt, wo es allerdings auch jede Menge Mehrarbeit zu bewältigen gab. Trotz der Tatsache, dass die Halle weder über Theke noch Küche verfügt, entschieden sich die "Schorgasttaler" für eine Bewirtung der Gäste in Eigenregie...

Und so sollte es auch 2015 sein. "Der Vertrag für die Halle war bereits unterschrieben", sagt Marco Heuschmann. Umso überraschter waren der 32-jährige Vorsitzende und seine Musikerkollegen von der Entscheidung des Mittelschulverbands Neuenmarkt-Wirsberg Mitte Februar, dass die Halle nur noch für schulische Veranstaltung benutzt werden kann.

"Aber unser Vertrag hätte Bestand gehabt", erklärt Marco Heuschmann. "Wir hätten 2015 noch einmal in Neuenmarkt spielen können." Das sei ihm zugesichert worden.

Was Bürgermeister Siegfried Decker (NG) bestätigt. "Natürlich hätte der Musikverein in Neuenmarkt spielen können. Der Vertrag war ja vorher unterzeichnet."

Auf der Suche nach Kontinuität

Doch nun kommt alles anders: "Wir möchten einfach Kontinuität in die Osterkonzerte bringen und haben uns deshalb nach anderen, dauerhaften Veranstaltungsorten umgeschaut", erklärt der Vorsitzende. In die engere Wahl hatten die Musiker schon vor der endgültigen Entscheidung die Kupferberger Stadthalle, die Steinachtalhalle in Stadtsteinach und die Dr.-Stammberger-Halle in Kulmbach gezogen. Die Wahl fiel nun auf Stadtsteinach.

"Ich habe mit Bürgermeister Decker in Neuenmarkt telefoniert und ihm mitgeteilt, dass wir bereits heuer nach Stadtsteinach wechseln", erklärt der Vorsitzende. "Böses Blut hat es deswegen nicht gegeben", sagt Heuschmann über die Ereignisse der zurückliegenden Wochen. Und Bürgermeister Siegfried Decker hat dafür Verständnis. "Ich kann das nachvollziehen."

Dass sich die "Schorgasttaler Blasmusik" künftig nach Stadtsteinach orientiert, hat laut Heuschmann mehrere Gründe. Er nennt das Kosten-Nutzen-Verhältnis, vor allem aber die Tatsache, dass die Steinachtalhalle neben 360 Plätzen an Stühlen und Tischen eine komplett ausgestattete Küche bietet. "Wir können also auch heuer für eine Bewirtung unseres Publikums sorgen."

Einladung zum Pfingsttanz

Was die "Schorgasttaler" ebenfalls beibehalten werden, ist die Ersatzveranstaltung für das Osterkonzert in Ludwigschorgast: Im vergangenen Jahr hatten sie zu einem Tanz in den Mai eingeladen. Heuer wird es in der Turnhalle am 22. Mai einen Pfingsttanz geben. Die Bewirtung übernimmt dann - wie in alten Osterkonzert-Tagen - die Mannschaft des FC um Christian Diller.

Unterdessen begrüßt man in Stadtsteinach den Zuwachs im Veranstaltungsprogramm. Bürgermeister Roland Wolfrum: "Ich freue mich, dass wir einen langfristigen Partner für unsere Stadthalle gewinnen konnten. Das zeigt, dass das Leistungspaket der Halle stimmt."

Termin

Das Osterkonzert der "Schorgasttaler Blasmusik" findet am Ostersonntag, 5. April, ab 19.30 Uhr in der Steinachtalhalle Stadtsteinach statt. Einlass ist ab 18 Uhr.

Karten

Eintrittskarten gibt es ab sofort bei Jürgen Friedrich unter der Telefonnummer 09227/6848 oder unter 0170/4714608.