Durch die akribischen Ermittlungen der Bayreuther Kripo ist eine Täterin geschnappt worden, die vor zwei Wochen den Kulmbacher Real-Markt erpresst hat. Es handelt sich um eine Frau aus dem Landkreis Lichtenfels.

Die 34-Jährige hat nach den Worten des Polizeisprechers Manuel Stumpp telefonisch einen fünfstelligen Geldbetrag gefordert und gedroht, "dass etwas passieren wird". Darauf seien die Kunden von den Mitarbeitern in aller Ruhe aufgefordert worden, das Geschäft zu verlassen. Die Polizei habe das Gebäude abgesucht, aber nichts Verdächtiges gefunden. Deshalb sei auch keine groß angelegte Räumungsaktion durchgeführt worden, "weil man nach kurzer Zeit Entwarnung gegeben konnte". Der Geschäftsbetrieb sei anschließend normal weitergegangen. Stumpp zufolge habe es sich nicht um eine Bombendrohnung gehandelt.

Der Erpresserin kam die Polizei "mit technischen Mitteln" - wohl über den Telefonkontakt - auf die Spur. Nachdem sich der Verdacht erhärtete, wurde die Erpresserin in dieser Woche festgenommen. Sie legte ein Geständnis ab. Offenbar waren finanzielle Probleme das Motiv für die Tat.

Die Frau, die sich nicht in Untersuchungshaft befindet, wird wegen räuberischer Erpressung und Störung des öffentlichen Friedens angeklagt. Mindeststrafe: ein Jahr Gefängnis.