Landrat Klaus Peter Söllner (FW) betonte mehrfach, dass es sich nur um einen moderaten Anstieg der Gebühren handelt. Nachdem seit dem Jahr 2000 die Müllgebühren kontinuierlich sanken - um real 30,5 Prozent - lässt sich nun eine Erhöhung zum Jahreswechsel um 14 Prozent nicht vermeiden.

Für einen Vier-Personen-Haushalt bedeutet das beispielsweise Mehrkosten von 20,12 Euro im Jahr. Statt 142,12 Euro sind künftig 162,24 Euro im Jahr fällig. Die Sätze gelten bis 2019, dann wird neu kalkuliert.

Als Hauptgrund machte Landrat Söllner Entwicklungen beim Zweckverband Müllverwertung Schwandorf verantwortlich, bei dem er stellvertretender Vorsitzender ist. Der Zweckverband liefere die Abwärme, die bei der Müllverbrennung entsteht, an verschiedene Industriebetriebe zur Stromerzeugung. Doch die Strompreise seien eingebrochen.
Habe man 2014 noch 5,5 Cent pro Kilowattstunde erhalten, bekommen man inzwischen nicht einmal mehr die Hälfte.

Dadurch seien die Entsorgungskosten gestiegen - für eine Tonne Müll von 96 auf 115 Euro, erklärte Söllner. Hinzu kämen gesunkene Altpapierpreise. Die Folge: "Wir kommen nicht umhin, die Gebühren moderat zu erhöhen. Damit liegen wir aber immer noch unter dem Niveau von 2008. Wir können unsere extrem niedrigen Gebühren einfach nicht mehr halten."

Der im Landratsamt für die Abfallentsorgung zuständige Fachbereichsleiter Günter Söllner verwies darauf, dass der Schwandorfer Zweckverband sogar noch mit einem Anstieg auf 122 Euro pro Tonne bis zum Jahr 2019 rechnet. Zugleich machte er deutlich, dass die aktuelle Preisanhebung in Schwandorf 20 Prozent beträgt, der Landkreis aber diese Steigerung nicht voll an die Bürger weitergebe.

"Wir haben noch ein Polster", ergänzte der Landrat. Das reiche aber leider nicht aus, um ganz auf eine Erhöhung zu verzichten.

Günter Söllner machte zudem deutlich, dass mit den Gebühren nicht nur die Müllabfuhr und -beseitigung finanziert werden, sondern auch noch die 14 Kompostieranlagen in den 22 Gemeinden, die Altmetallsammlungen und vieles mehr. Das sei ein Service, den es anderenorts nicht gebe.


Kreisräte haben Verständnis

Das sahen die Kreisräte genauso. Brigitte Soziaghi (CSU): "Wir werden das den Leuten erklären."

Werner Burger (FW): "Das klingt manchmal, als ob wir uns rechtfertigen wollen. Aber nach 15 Jahren Gebührensenken gibt es irgendwann wieder einen Anstieg. Und was sind denn 20 Euro mehr im Jahr für einen Vier-Personen-Haushalt?"

Dietmar Hofmann (SPD) fügte hinzu: "Im Urlaub habe ich in anderen Landkreisen gesehen, dass die Leute ihre Wertstoffe in den Wertstoffhöfen selbst anliefern müssen. Hier bei uns werden sie abgeholt."

Dagmar Keis-Lechner (Grüne) bat darum, die Leute noch mehr zu sensibilisieren, Abfälle zu trennen, um so die Müllmengen weiter zu reduzieren."

Letztlich stimmten alle Kreisräte der ersten Müllgebühren-Erhöhung seit dem Jahr 1993 zu.