Wie wörtlich ist der Begriff "Spritzgebäck" zu nehmen, wenn es um Rückstände des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in Backwaren geht? DieBerichterstattung über den angeblich Krebs auslösenden Stoff und die damit verbundenen Belastungen, die das Magazin "Ökotest" bei Stichproben in Brötchen, Mehlen und sogar Haferflocken gefunden hat, ließ Grünwehrbeck Ralf Groß keine Ruhe. "Ich habe mich gleich bei den Landwirten meines Vertrauens erkundigt. Als Antwort bekam ich: Bei Weizen und Roggen sowie bei Braugerste darf Glyphosat bei uns ohnehin nicht auf den Feldern ausgebracht werden."

Herbizid ist bei Brotgetreide nicht erlaubt

"Das stimmt", bestätigt Wilfried Löwinger. Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes sagt auf Nachfrage: Auf Flächen, auf denen sogenanntes Brotgetreide angebaut wird, darf Glyphosat nicht verwendet werden. "Das gleiche gilt auch für Saatgut." Lediglich bei der Wintergerste, wo Unkräuter verstärkt durchkämen, dürfe das Herbizid an bestimmten Stellen gebündelt, aber nicht flächendeckend versprüht werden. Die so genannte Sikkation, also die Reifebeschleunigung der Ähren, sei seit vergangenem Jahr nicht mehr erlaubt.

Ralf Groß zieht daraus den Schluss: "Wer vom regionalen Bäcker kauft, der kann gewiss sein, unbelastete Ware zu bekommen, weil auch unbedenkliche Rohstoffe verwendet werden." Dirk Partheimüller aus Stadtsteinach, der letzte verbliebene Müller im Landkreis Kulmbach, pflichtet ihm bei: "Ich habe viele Landwirte aus der unmittelbaren Umgebung, die mich seit vielen Jahren beliefern. Da können Bäcker und Verbraucher sicher sein, dass keine gesundheitsgefährdenden Waren verkauft werden."

Bei "Ökotest" durchgefallen

Beim Blick auf die Liste der Produkte, die bei den "Ökotest"-Stichproben als Herbizid-belastet durchgefallen waren, entdeckte Partheimüller neben den Mehlsorten namhafter Großhersteller auch diverse Discounter-Backwaren. "Wenn ich des Preises wegen die Rohstoffe oder Teiglinge aus China oder Osteuropa beziehe - wie will ich da ernsthaft kontrollieren können, ob sich jeder auch so an die Vorgaben und Verbote hält? Bei unseren Bauern kann ich nachfragen, ihnen vertraue ich."