Der Fahrer im türkis-farbenen Kleinwagen stutzt kurz. Er wollte sich gerade ein Parkticket am Ausgabe-Automaten zur Tiefgarage ziehen, als er bemerkt: Die Zufahrt ist versperrt, es gibt kein Durchkommen mehr. Seit Montag wird "unter Tage" gearbeitet. Der Rückbau der Tiefgarage (im Zuge der Umgestaltung des gesamten Areals) hat begonnen. Der wiederum muss bis zum 15. Juli abgeschlossen sein. "Muss" deswegen, weil an diesem Tag mit dem Aufbau des Bierfest-Stadels begonnen wird. Die eigentliche Sanierung beginnt nach der "Festspülwoche" und soll Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Nach Auskunft von Stadt-Pressesprecher Tobias Günther wird zunächst die technische Ausstattung in der Tiefgarage, die nicht mehr fürs Bierfest benötigt wird, entfernt. Dazu zählen Heizung, Lüftung, Beleuchtung sowie Versorgungsleitungen für Strom und Wasser. "Die Toiletten sollen zum Bierfest für die Besucher aber noch nutzbar sein", sagt Günther.

Für Autofahrer stehen die Stellplätze unter der Stadthalle zur Verfügung - und natürlich die Parkflächen auf dem Zentralparkplatz (jedenfalls bis zur Bierwoche). In der Tiefgarage waren zuletzt ohnehin nur rund die Hälfte der Stellplätze nutzbar, da wegen notwendig gewordener Abstützungen zahlreiche Flächen seit längerem gesperrt waren. Unter anderem kam bei Untersuchungen heraus, dass es Fehl- und Hohlstellen in der Konstruktion gibt. Beim "Lastfall Bierzelt" sei es zu starken Schwingungen gekommen. Schadhaft waren zudem die Flächenabdichtung der Tiefgaragen-Decke sowie das Oberflächen-Entwässerungssystem.


Ex-Kaufplatz als Park-Ersatz

Ausweichmöglichkeiten für Autofahrer gibt es im Umfeld im Parkhaus Basteigasse sowie im ehemaligen Kaufplatz: Dort ist jetzt auch das zweite Parkdeck geöffnet. Nach eingehender technischer Überprüfung und den notwendigen Reparaturen hatte OB Henry Schramm Mitte April grünes Licht gegeben. Bis auf weiteres stehen auf beiden Ebenen des ehemaligen Kaufplatz-Parkhauses etwa 300 Stellplätze zur Verfügung - und das rund um die Uhr. Die Parkkosten richten sich in ihrer Höhe nach dem Zentralparkplatz.

"Innerstädtische Parkplätze sind wichtig. Daher haben wir uns nach dem Erwerb des Kaufplatzes im Stadtrat dazu entschieden, das Gebäude vorerst nicht abzureißen und die Stellflächen auf beiden Decks als Ersatz für die Tiefgarage während der Erneuerung des Areals anzubieten", sagt Schramm. Alle Parkplätze seien überdacht. "Wir haben damit eine gute Zwischenlösung gefunden."

Projekt Es wird ein gewaltiges Projekt, mit dem Kulmbachs Stadtzentrum ein neues Gesicht verliehen wird: 13,5 Millionen Euro fließen in die Sanierung der Tiefgarage und die damit einhergehende Umgestaltung des Zentralparkplatzes.

Verbindung Die Tiefgarage unter dem Zentralparkplatz wird nicht nur saniert, sondern durch einen Durchstich mit der Tiefgarage unter der Stadthalle verbunden. In beide Tiefgaragen gelangt man über zwei Zu- und Abfahrten: Eine Anbindung wird in einem neuen Kreisverkehr geschaffen, die zweite befindet sich wie bisher an der Dr.- Stammberger-Halle.

Umfeld Der Zentralparkplatz mit seinem Umfeld wird neu und barrierefrei gestaltet. Der Platz soll erlebbarer, zur Stadthalle hin geöffnet werden. Der Bierstadel wird in seiner Positionierung in Zukunft in Richtung Stadthalle gedreht.
Mit den Vorarbeiten war schon im März begonnen worden. Auf der jetzigen Busspur vor der Stadthalle fanden Erdarbeiten für neue Versorgungsleitungen statt. Die Busse halten dann teils auch in der Grabenstraße.

Förderung Für die Sanierung des Zentralparkplatzes samt Tiefgarage bekommt die Stadt Kulmbach 4,32 Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm "Stadtumbau West". red