Der Mühlkanal, der jetzt wieder Weißer Main heißt, fällt in Kulmbach kaum auf. Wenn das Gewässer das "Fritz"-Einkauszentrum passiert hat, verschwindet der Bachlauf jenseits der Hans-Hacker-Straße irgendwo im Nirwana des früheren Güterbahnhofsgeländes.

Doch das Rinnsal, das bei der Metzgerei Kleinheinz die E.-C.-Baumann-Straße und anschließend bei der Firma Raps die Nordumgehung unterquert, um in die Flutmulde zu münden, ist nicht ganz ungefährlich. Nach neuen Berechnungen des Wasserwirtschaftsamts Hof bieten die vorhanden Deiche nicht mehr genügend Sicherheit.
"Die Zeiträume, dass wir ein hundertjähriges Hochwasser haben, werden immer kürzer. Wir wollen aber nicht warten, bis da unten jemand absäuft", betont OB Henry Schramm, der das Großprojekt gemeinsam mit dem Chef des Wasserwirtschaftsamts Hof, Benno Strehler, vorstellt.


"Dammbruch hätte Millionenschäden zur Folge"

Nach den Worten des Oberbürgermeisters dient die Investition von 5,4 Millionen Euro vor allem der Sicherheit der dortigen Unternehmen, darunter Großbetriebe wie Ireks und Raps. "Ein Dammbruch hätte Millionenschäden zur Folge. Wir sorgen dafür, dass die Hochwassergefahr wesentlich entschärft wird und die Produktionsstätten abgesichert werden."

Benno Strehler betont, dass der Hochwasserschutz - genau wie an der Flutmulde - ertüchtigt werden muss, weil er nicht mehr den Anforderungen entspricht. Was genau gemacht wird, erläutert seine Mitarbeiterin Andrea Künzl. "Hauptaufgabe ist es, einen größeren Querschnitt und damit mehr Platz zu schaffen, dass das Wasser ablaufen kann." Das heißt, die alten Deiche werden entfernt und, wo es geht, durch neue, höhere Dämme ersetzt. Wo die Bebauung zu nahe am Gewässer steht, übernehmen künftig Mauern den Hochwasserschutz.


Kaum Einschränkungen für den Verkehr

Während der Bauphase, so Strehler, soll es für den Verkehr kaum Einschränkungen geben. Da die Brücke bei der Metzgerei Kleinheinz nicht angetastet wird, bleibe die E.-C.-Baumann-Straße ungehindert befahrbar. Auch die Zufahrt in die Gummistraße sei gesichert.

Bei den Baukosten hat man, so Schramm, eine erfreuliche Regelung gefunden. Den Großteil der Kosten übernimmt der Freistaat. Die genaue Aufteilung steht aber noch nicht fest. Der OB deutet an, dass die Stadt ähnlich günstig wegkommt wie bei der Flutmulde in der Blaich: "Wir bezahlen 400.000 Euro, die Gesamtmaßnahme kostet zwölf Millionen."