Das Coronavirus hat nicht nur die Kulmbacher Schulen, sondern auch die katholische Kirche getroffen. Weil am Mittwoch vergangener Woche eine Frau an einer Sitzung des Pfarrgemeinderats von Unserer Lieben Frau im Saal von St. Hedwig teilgenommen hat, die im Nachgang positiv getestet worden ist, befinden sich jetzt alle etwa 15 Gremiumsmitglieder in Quarantäne. Darunter sind leitender Pfarrer Hans Roppelt, Pater Thomas Muttam sowie die beiden Postalreferentinnen Bärbel Janzing und Eva Maria Steltenkamp-Hüsser.

"Mir fehlt gar nichts"

"Mir fehlt gar nichts. Ich habe nicht die geringsten Anzeichen einer Erkrankung", sagte am Montagmittag Pfarrer Hans Roppelt, der mitteilte, dass bei der Sitzung alle Hygienevorschriften eingehalten worden sind. Während Roppelt gestern noch auf sein erstes Testergebnis wartete, hätten andere Gremiumsmitglieder schon die Nachricht über einen ersten negativen Befund bekommen.

Es kommt zu Einschränkungen

Wie Roppelt erläuterte, hat der Corona-Fall weitreichende Auswirkungen. "Für uns wurde bis zum 24. September Quarantäne angeordnet", so der Pfarrer. Im Gemeindeleben werde das zu Einschränkungen führen. Betroffen ist die gesamte Kirchengemeinde mit den Kulmbacher Kirchen St.Hedwig und Unsere Liebe Frau mit den Filialkirchen in Thurnau, Neudrossenfeld, Mainleus und Motschenbach.

Welche Gottesdienste finden statt?

Die letzte zur Verfügung stehende Kraft aus den eigenen Reihen, die Gottesdienste halten kann, ist Kaplan Florian Sassik. Es stehen Roppelt zufolge auch Taufen und Beerdigungen an, die besetzt werden müssten, womöglich nun auch mit Kollegen aus anderen Pfarrgemeinden. Am heutigen Dienstag wer in einer Telefonkonferenz über das weitere Vorgehen beraten, auch darüber, welche Gottesdienste am Wochenende gehalten werden. Roppelt: "Wir werden das zeitnah bekanntgeben."

Auch Chor betroffen

Die Quarantäne-Maßnahme müsse man akzeptieren, sagt der Pfarrer, der weiß, dass es so manches Pfarrgemeinderatsmitglied hart trifft. So einen selbstständigen Handwerker, der inden nächsten Tagen keine Termine wahrnehmen könne. "Da geht es um Existenzen."

Die mit Covid-19 infizierte Frau hat nicht nur an der Pfarrgemeinderatssitzung teilgenommen. Sie singt auch in einem Chor, dessen Mitglieder sich jetzt testen lassen mussten.