Alljährlich am 10. August zur Mittagsstunde rufen die Glocken der evangelischen St.-Oswald-Kirche in Untersteinach (Landkreis Kulmbach) zum "Brandgottesdienst" - zum Gedenken an die schlimmste Katastrophe der Ortsgeschichte. Die traditionelle Andacht hält aber nicht nur die Erinnerung an die verheerende Feuersbrunst wach: "Es ist ein guter Anlass, auch den Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten zu danken", sagte Gemeindepfarrer Wolfgang Oertel am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Am 10. August 1706 war Untersteinach durch ein Großfeuer fast vollständig in Schutt und Asche gelegt worden. Kinder hatten in einer Scheune mit Schießpulver gespielt und das Heu in Brand gesteckt. Weil fast alle Dorfbewohner zur Ernte auf den Feldern waren, kam die Rettung für die meisten Gebäude zu spät - nur zwei Häuser blieben unversehrt.