Das letzte große Bauvorhaben im Rahmen der Eku-Platz-Sanierung geht in der nächsten Woche in die heiße Phase: Ab Montag wird die Klostergasse voll für den Verkehr gesperrt - mit weitreichenden Folgen für den innerstädtischen Verkehr. Wie die aussehen, das wurde am Mittwoch im Rathaus erklärt.

Die größte Umstellung wird mit Sicherheit die Änderung der Fahrtrichtung im großen Kreisel in der Sutte darstellen (siehe Grafik). Denn dort gilt ab Montag um 8 Uhr Linksverkehr. Eine entsprechende Ausschilderung soll auf diese einschneidende Veränderung aufmerksam machen. Auch Polizei und Ordnungsamt würden die Situation im Blick haben.

Aber auch sonst wird sich einiges ändern: Vom Holzmarkt kommend kann man dann die Webergasse Richtung großer Kreisel befahren, was bislang nicht möglich war. Dafür wird die Richtung der Einbahnstraße geändert. Die Ampel an der Einmündung in die Klostergasse ist abgebaut worden.

Vom großen Kreisel aus können nach wie vor der Eku-Parkplatz und die Tiefgarage angefahren werden.

Neu ist, dass man in den nächsten Wochen vom großen Kreisel an der Dr.-Stammberger-Halle vorbei zum kleinen Kreisel fahren kann. Die dortige Einbahnstraßenregelung wurde ebenfalls entsprechend geändert.

Beim kleinen Kreisel ändert sich an der bisherigen Fahrtrichtung - anders als beim großen Pendant - nichts. Vom kleinen Kreisel aus kann man dann in die Grabenstraße abzweigen (Einbahnstraßen-Regelung in beide Richtungen) und von dort weiter in die Buchbindergasse beziehungsweise die Fischergasse. Ab der Feuerwache ist die Verkehrsführung dann wie gehabt.

Eine einschneidende Veränderung ist noch einmal für den Verkehr von der Oberen Stadt stadtauswärts erforderlich. Autos, Lkw und Busse werden über die Spitalgasse und die Fischergasse geleitet. Um den Verkehrsfluss zu gewährleisten, wird die Ampel bei Bauklotz Winkler abgeschaltet.

Ortskundige Autofahrer können die Karl-Jung-Straße nutzen, um in die Obere Stadt zu gelangen. Die schmale Strecke eignet sich aber nicht für Lastwagen und ist auf 3,5 Tonnen beschränkt.

Die Busse des öffentlichen Personennahverkehrs halten während der Sperrung auf dem Eku-Platz gegenüber der Dr.-Stammberger-Halle.

Pressesprecher Simon Ries von der Stadt Kulmbach betont, dass es das große Ziel der Planungen war, möglichst viele Straßen offen zu halten, damit die Geschäfte und Wohnungen in der Innenstadt erreichbar bleiben. Man habe sich für diese Lösung entschieden in dem Wissen, dass es sich bei der Klostergasse um ein Nadelöhr in Richtung Obere Stadt handelt. Ziel ist es, Mitte April die Straße wieder freizugeben.

Dann ist aber noch nicht Schluss mit den Arbeiten, denn es müssen noch die Gehsteige gepflastert, der Vorplatz um VdK/Diakonie gestaltet und die Bushaltestelle samt Wartehäuschen für Touristenbusse und Plassenburg-Express angelegt werden. Zwei weitere Monate sind dafür eingetaktet.

Die Alternative für das beschlossene Konzept wäre eine Sperrung ab Kino/Kressenstein gewesen. "Da wären aber Geschäfte, Restaurants und Anwohner betroffen - das kann man nicht machen", so Ries.

Der Kanal ist das große Problem

Nach den Worten von Bauleiter Andreas Höhne vom gleichnamigen Ingenieurbüro in der Spitalgasse sei vor allem der alte und nur sehr flach verlegte Kanal ein Problem. Auch undichte Hausanschlüsse würden erneuert. "Wenn wir schon eine Straße bauen, die eine Haupteinfallstrecke in die Stadt darstellt und die 20 Jahre halten soll, dann müssen wir das richtig machen." Deshalb werde das volle Programm mit Stromleitungen, Wasser, Gas, Glasfaserleitungen und vielem mehr durchgezogen.

Ein Lob hatte er für die Baufirmen Dechant Hoch- und Ingenieurbau sowie die ASK parat. Die Vorarbeiten seien unter teils widrigen Bedingungen durchgeführt worden, um den sportlichen Zeitplan einzuhalten. Wenn die Klostergasse fertig sei, würden auch noch die bislang provisorischen Straßenmarkierungen (Kreisel, Fußgängerüberwege) erneuert.

Der Leiter der Tiefbau-Abteilung der Stadt, Ingo Wolfgramm, betont, dass kein Weg an einer Vollsperrung vorbeigeführt habe. "Der zu erneuernde Kanal von der Kreuzung bis zur Alten Feuerwache liegt so weit rechts, dass bei den Arbeiten kein Durchkommen mehr möglich ist."