Genauso muss es sich derzeit für viele Schüler, Lehrer und deren Familienangehörige an Realschule und FOS anfühlen. Eine einzige auf Corona positiv getestete Person ist genug, um einen ganzen Schulbetrieb praktisch außer Gefecht zu setzen - und sogar noch mehr...

Ein kleines Gedankenspiel: Schüler A steckt sich (egal wo) mit dem Virus an. Nichtsahnend (er hat keine Symptome) geht er nach den Ferien wieder zur Schule. Da er im Landkreis wohnt, fährt er wie immer mit dem Bus. Da trägt er zwar brav seine Maske, aber weil sehr viele Kinder mit dem Bus fahren, ist an einen gewissen Sicherheitsabstand nicht zu denken. Im Klassenzimmer sitzt unser Schüler A dann zwei Tage lang neben Schüler B und C und mit weiteren - sagen wir - 25 Klassenkameraden plus Lehrern stundenlang in einem Raum.

Dann erhält er die Information, dass er Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte und sich ebenfalls einem Abstrich unterziehen muss. Der fällt dann ebenfalls positiv aus. Der Rest ist bekannt: Ganze Klassen und etliche Lehrer müssen vorsorglich in Quarantäne.

Denken wir einmal weiter: In der Zeit zwischen dem Kontakt zu Schüler A und dessen Test (mit anschließender Quarantäne) hat Schüler B in einem Kulmbacher Geschäft zusammen mit vielen anderen Kunden seine Schulsachen gekauft; sich danach noch mit neuen Klamotten (samt Anprobe) in einem anderen Laden eingedeckt. Schüler C wiederum war in der Zwischenzeit beim Fußballtraining in einem Nachbarlandkreis.

Und dann noch deren Eltern: Sie waren in dem fraglichen Zeitraum natürlich arbeiten (vielleicht in einem Großraumbüro) und abends auf einer Familienfeier, einkaufen, wandern mit Bekannten samt Einkehr und so weiter ...

Hoffen wir mal, dass alle immer vorschriftsmäßig ihre Masken getragen und Abstand gehalten haben, denn das sind momentan unsere einzigen Möglichkeiten, uns selbst und andere zu schützen (jawohl, liebe Querdenker und Besserwisser da draußen!). Was ein einziger Stein doch für Kreise ziehen kann ...