Wenn die Kirchleuser feiern, wenn sie sich treffen, zusammenkommen, dann finden solche Veranstaltungen immer in der Dorfhalle statt. Doch am 31. Mai ist der Miet- und Nutzungsvertrag der Dorfhalle ausgelaufen - nach 25 Jahren.

Zum "25-Jährigen" machte Oberbürgermeister Henry Schramm Nägel mit Köpfen und legte Ortssprecher Richard Ströbel einen neuen Miet- und Nutzungsvertrag vor. Er entspricht dem alten Vertrag und ist auf weitere 25 Jahre datiert - läuft also bis 2041.

"Die Dorfhalle steht im Herzen von Kirchleus, aber sie ist auch für Vereine und für uns Kirchleuser eine wichtige Anlaufstelle", freute sich Ortssprecher Richard Ströbel. Auf dem Gelände der heutigen Dorfhalle war einst ein Feuerwehrteich angelegt. Dann wurden ein Löschwasserbehälter gebaut, eine Mehrzweckhalle errichtet.

In den Jahren 1966 bis 1968 diente die Mehrzweckhalle auch als Gemeindekanzlei und Milchsammelstelle.
Die Raiffeisenkasse hatte ein Lagerhaus untergebracht. Doch im Laufe der Jahre veränderte sich vieles. Die Lagerhalle verschwand, und seit letztem Jahr ist auch die Raiffeisenkasse passé.

Schon 1988 riefen die Kirchleuser eine Interessengemeinschaft Dorfhalle ins Leben. Inzwischen ist diese Interessensgemeinschaft sogar gemeinnützig. "Innerhalb von 18 Monaten haben wir 2500 Stunden Eigenleistung in den Ausbau und Umbau unserer Dorfhalle gesteckt", blickte Ortssprecher Richard Ströbel zurück. 1991 war die Einweihung - damals noch unter der Mitwirkung von Oberbürgermeister Erich Stammberger.

Inzwischen ist die Dorfhalle in Kirchleus zu einem Zentrum der Lebendigkeit geworden. Direkt neben dem Gebäude ist ein schöner Spielplatz angelegt worden. In der Dorfhalle finden Faschingsveranstaltungen und Preisschafkopf-Turniere statt, Vereinssitzungen und Theateraufführungen. "Auch für private Feiern wird das Dorfhaus genutzt. Und die Wahlen führen wir dort ebenfalls durch", so Ströbel.

Aktuell laufen die Verhandlungen mit der Raiffeisen, die frei gewordenen Geschäftsstellenräume der Raiffeisenkasse zu erwerben. Diese Räumlichkeiten könnten als Lagerräume genutzt werden. Inzwischen hat die Raiffeisen grünes Licht für das Vorhaben der Kirchleuser gegeben.

Und das wurde mit großem Kommers, mit Festgottesdienst und Spiel ohne Grenzen gefeiert.
Der Erlös der Veranstaltung kommt natürlich dem Erhalt der Dorfhalle zugute.

Oberbürgermeister Henry Schramm freute sich über die Begeisterung der Kirchleuser, über die Lebendigkeit des Kulmbacher Stadtteiles und über das Engagement, das die Bürger einbringen. "Die Dorfhalle hat nur funktioniert, weil viele zusammengeholfen haben", so Schramm.

Die Feierlichkeiten zum Dorfhallenjubiläum begannen mit einem Gottesdienst, gestaltet vom Posaunenchor und von Pfarrer Christian Schmidt. Der Gesangverein Kirchleus umrahmte den Kommers musikalisch.
Natürlich hatte die Dorfgemeinschaft für das leibliche Wohl bestens gesorgt.

Dieter Fischer präsentierte eine Ausstellung über die Geschichte der Dorfhalle. Und der Nachmittag stand ganz im Zeichen von Spiel und Spaß. Große und kleine Besucher konnten sich beim Bullriding amüsieren, dem Kinderchor lauschen oder beim Spiel ohne Grenzen Kräfte messen.