Von außen hat sich in den letzten Monaten nur wenig am Ulf-Pfarrhaus in der Kalten Marter geändert: lediglich die Fenster wurden durch neue thermoverglaste Holzfenster, die der Energieverordnung entsprechen, ersetzt. In den nächsten Wochen wird noch der Anstrich, der im Laufe der vergangenen Jahrzehnte unansehnlich brau-graun geworden ist, erneuert. Und auch die Bauschuttreste verschwinden demnächst.

Im Innern ist das Haus allerdings schon jetzt kaum wiederzuerkennen. In den letzten Monaten ist es grundlegend saniert worden. Derzeit gehen die Sanierungsarbeiten, die eine sechsstellige Summe kosten, in die Endphase. Malerarbeiten werden noch erledigt.


Hell und freundlich

Dekan Hans Roppelt freut sich bei einer Baustellenbesichtigung mit Architekt Peter Schickel aus Bamberg darüber, dass das gesamte Pfarrhaus hell und freundlich werden soll. Das Pfarrbüro bekommt eine leichte Grün-Nuance - für eine positive Stimmung. Ansonsten dominieren leicht abgetönte Weiß- und Beigetöne - in der Privatwohnung von Dekan Hans Roppelt genauso wie in der Bücherei und in den Besprechungszimmern. Die Treppe und das Geländer werden nach einem vorgegebenen Farbkonzept gestaltet, erklärt Architekt Peter Schickel. Es soll in unterschiedlichen Grautönen gestrichen werden.

"Nächste Woche kommt schon die Küche - oder die Küchen, wenn man die Miniküche für das Erdgeschoss und die Kaplanei mitrechnet", erläutert der Architekt den Zeitplan und ist zuversichtlich, dass all die Feinarbeiten bis dahin fertig sind. In der zweiten Maiwoche werden die Büromöbel für das Pfarrbüro und für das Besprechungszimmer angeliefert. Auch wenn viele Dinge noch nicht ganz fertig sind, die zeitaufwändigsten Arbeiten sind bereits erledigt. Eigentlich kann nichts mehr passieren, was den Einzugstermin verzögern könnte. "Ich ziehe einfach um, wenn alles so weit ist", zeigt sich Roppelt zuversichtlich.

Geheizt wird das Pfarrhaus übrigens wie früher mit Gas. Bei der Sanierung wurde viel Altes erhalten: Die Parkettböden, die schon zu Zeiten von Pfarrer Georg Ochsenknecht im Pfarrhaus waren, wurden lediglich neu abgeschliffen und versiegelt. Im Erdgeschoss, wo teilweise lediglich PVC auf gestampftem Boden verlegt war und wo Feuchtigkeit eingedrungen ist, wurde der Boden gedämmt, befestigt und mit neuem Fußboden ausgestattet.


Blick auf die Burg

"Das Amtszimmer des Pfarrers im Erdgeschoss wird das schönste Zimmer: Man hat direkt einen Blick auf Plassenburg und Petrikirche", sagt der Dekan und freut sich schon auf gute Gespräche in seinem neuen Refugium. Das Pfarrbüro wird 22,4 Quadratmeter groß. Es wird mit einem kleinen Besprechungstisch ausgestattet. Der Ablagebereich und die Registratur sind in einem kleinen, 13 Quadratmeter großen Raum, der gleich an das Büro angrenzt, ausgelagert. "Es wird eine große Erleichterung sein, wenn wir wieder ein Pfarrbüro haben", bestätigt auch Konrad Wohlfahrt von der Kirchenverwaltung. Denn derzeit ist das Pfarrbüro in das Caritas-Haus der kirchlichen Dienste ausgelagert.

Ganz neu - und das Herzstück des Pfarrhauses - ist die Bücherei: Sie ist mit 37 Quadratmeter groß genug, um all die Bücher, die derzeit hinter der Kirche untergebracht sind, aufzunehmen und um in dem Raum auch Veranstaltungen durchzuführen. Die Bücherei ist vom Hintereingang sogar mit Rollator, Kinderwagen oder Rollstuhl befahrbar. Wie oft die Bücherei geöffnet werden soll, richtet sich nach dem Interesse und natürlich auch nach den Ehrenamtlichen, die die Bücherei betreuen. "Ich möchte das Pfarrhaus öffnen, es soll in der Pfarrei neues Leben einkehren", sagt Roppelt. Er hofft, dass die Umgestaltung auch bei "seinen Schäfchen" gut ankommt.
Ein ansehnlicher Anteil der Umbaukosten wird vom Ökofonds des Erzbischofs erstattet. So ist das Dachgeschoss gut gedämmt worden. "Die Dämmung im Dach war sehr aufwändig, weil wir eine 22-Zentimeter-Dämmung aufbringen wollten", erläutert der Architekt.

Ein Punkt allerdings ist bislang noch unklar: Wer - außer Dekan Hans Roppelt und sein Hund Argos - in das neue Pfarrhaus einziehen wird. "Das hängt davon ab, ob wir in Zukunft einen Kaplan oder zwei Kapläne haben werden. Wenn wir zwei Kapläne in Ulf und St. Hedwig haben, dann wird einer weiterhin in St. Hedwig wohnen. Wenn wir nur noch einen haben werden, dann wird er in der Kaplanei im Obergeschoss wohnen", erklärt Roppelt. Die Entscheidung allerdings trifft das Erzbistum Bamberg - sie wird in Kürze erwartet.