Dass jener 4. August 2014 einmal ein juristisches Nachspiel haben würde, hat sich die Frau sicher nicht vorstellen können. Erst Monate zuvor hatte sie Kimba bei sich aufgenommen - einen etwa 50 Zentimeter hohen, wuscheligen Mischlingshund, der in Rumänien von Tierschützern gerettet worden war. Sie besuchte mit dem als "Schmusehund" und "sozialverträglich" beschriebenen Tier fleißig die Hundeschule. Bis dahin alles in bester Ordnung.

Ohne Leinen unterwegs

An jenem 4. August gegen 11 Uhr war die Frau mit Kimba und zwei weiteren Hunden "Gassi" - dummerweise nicht angeleint. Als sich eine Radfahrerin näherte, war es auch schon passiert: Kimba biss zu, in den Oberschenkel der Frau. Die Hundehalterin leinte ihre Tiere sofort an und kümmerte sich um die Verletzte.

Doch es sollte noch dicker kommen: Als die 43-Jährige um 18.45 Uhr des gleichen Tages erneut mit den (abermals unangeleinten) Tieren unterwegs war, schlug Kimba erneut zu und biss eine andere Radfahrerin - diesmal in den Unterschenkel.

Körperverletzung in zwei Fällen

Weil die 43-Jährige gegen den folgenden Strafbefehl Einspruch einlegte, kam es nun zur Verhandlung. Staatsanwalt Matthias Burghardt sprach von Körperverletzung in zwei Fällen.

Richterin Sieglinde Tettmann machte umgehend deutlich, dass die Frau nach dem Vorfall am Vormittag vorsichtiger hätte sein müssen. "Beim zweiten Mal hätten Sie damit rechnen müssen." Und diese Ansage zeigte Wirkung.

Das Verfahren wurde nach nur 20 Minuten auf Antrag von Verteidigerin Dorrit Franze gegen eine Geldauflage eingestellt. Die zu zahlenden 1600 Euro gehen - sicher auch im Sinne der merkbar geknickten Hundehalterin - an den Tierschutzverein Kulmbach.