Bei der ersten gemeinsamen Firmung im Seelsorgebereiches Kulmbach Stadt und Land kam Erzbischof Ludwig Schick persönlich, um den 53 Jugendlichen das Firmsakrament zu spenden. Es gehe bei der Firmung um die Herabkunft des Heiligen Geistes, erklärte der Erzbischof in seiner Predigt. Denn die Gaben des Heiligen Geistes wie Weisheit, Einsicht und Erkenntnis hülfen den Menschen, Gut und Böse zu unterscheiden, ihr Leben in richtiger Weise zu leben. Das große Ziel müsse es sein, ein friedliches Miteinander in der Welt zu erreichen. "Aber wir Menschen stören und zerstören - auch uns selbst", mahnte der Bischof.


Nicht Furcht, sondern Respekt

"Ich meine aber nicht, dass man Furcht vor Gott haben muss, sondern Respekt vor allem, was Gott geschaffen hat", sagt Schick und erklärte den Begriff der Frömmigkeit: "Früher hat man gesagt, das frommt dir - und hat damit gemeint, das nützt
dir." Schick verglich den Heiligen Geist mit einem Navi. Er könne jeden auf den richtigen Weg des Lebens führen.

Und dann zückte der Bischof sein Smartphone. "Was seht ihr auf dem Bildschirm?" Die Jugenlichen wussten sofort: "Natürlich nichts". Denn so ein Gerät muss erst angeschaltet, entsperrt werden. Man braucht den Code, sonst funktioniert es nicht. "So ist das auch mit dem Heiligen Geist. Er ist im Kopf, er hilft, dass wir das Herz am rechten Fleck haben. Er ist in den Beinen und möchte, dass wir auf andere zugehen. Und er ist in den Händen und möchte, dass wir andere stützen. Aber wir müssen den Heiligen Geist immer mal wieder auf den Bildschirm unseres Lebens zurückholen und daran denken", sagte der Erzbischof.


Ein Pfarrerwitz

Auch einen Pfarrerwitz baute Schick in seine Predigt ein. So hätten mehrere Priester beratschlagt, was sie gegen die Vogelplage in der Kirche tun könnten: Einer ließ die Vögel einfangen, ein anderer ließ die Kirche mit Gas füllen - beide Maßnahmen nützten nichts. Die Vögel kamen immer wieder. Doch der dritte firmte die Tiere. "Und danach hatte er nie mehr einen gesehen", sagte Schick. "Macht es bitte nicht wie die Vögel", forderte er die Jugendlichen auf und riet dazu, immer mal wieder TÜV für das Herz und die Seele zu machen und nachzuprüfen, was mit dem Heiligen Geist sei.

In einer feierlichen Zeremonie spendete der Erzbischof persönlich das Firmsakrament. Während die Paten die Hand auf die Schulter ihres Firmlings legten, zeichnete er mit dem geweihten Chrisamöl jedem ein Kreuz auf die Stirn. Schick sprach alle Firmlinge mit ihrem Vornamen an, hatte Interpretationen über die Bedeutung des Namens zu bieten und sprach viele persönliche Worte.


Beistand durch den Heiligen Geist

Er gab den den Firmlingen folgende Worte mit auf ihren weiteren Lebensweg: "Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch."

Zum Abschluss wurde ein Gruppenfoto mit dem Erzbischof vor der Stadtpfarrkirche zu Unserer Lieben Frau gemacht.