Manche Zeitgenossen überhören sie offenbar völlig. Wie etwa der Autofahrer, der vorgestern als Linksabbieger zentimeternah vor mir in den Parkplatz eines Kulmbacher Elektromarkts eingefahren ist. Wäre ich nur eine Sekunde unaufmerksam gewesen, hätte ich ihn touchiert.

Oder der Leser, der sich über eines unserer "Burggeflüster" aufregt und sogar einen (leider eher unpassenden) Leserbrief schreibt. Als ich ihm antworte, dass wir seinen Leserbrief so nicht abdrucken wollen, erklärt er, das habe er gar nicht erwartet - um, während ich seine Antwort-Mail lese, bei uns anzurufen und seinen Abschied als Abonnent anzukündigen, weil wir seine Zuschrift nicht veröffentlichen wollen.

Oder der junge Mann, der in der Nähe eines Einkaufszentrums auf einem schmalen Geländer balanciert und das Gejohle seiner Begleiter genießt - nur ein Moment der mangelnden Konzentration und er fällt metertief, verletzt sich vielleicht schwer.

Die Stimme der Vernunft - warum überhören wir sie oft? - Vielleicht weil wir uns zu sehr von unseren Emotionen steuern lassen - von Egoismus, Ärger oder Selbstüberschätzung. Daher: Ein guter Vorsatz für die kommende Woche - einfach ein wenig vernünftiger sein. Das tut uns und unseren Mitmenschen sicher gut.