Enoch zu Guttenberg legt Wert darauf, "dass ich nicht grundsätzlich gegen Windkraft bin". Aber wenn die fränkische Heimat zerstört wird, "dann empfinde ich das als großes Unrecht". Der Dirigent kämpft gegen die "Verspargelung" der Landschaft mit Wind rädern und kann mit den Kirchleusern mitfühlen.

"Da bleibt mir die Spucke weg."

Wenn es bei der Regionalplanung so kommen sollte, dass es im Landkreis Kulmbach bei 40 bis 50 Windrädern bleibt, dass der Frankenwald verschont wird und auch der Windpark Hegnabrunn nicht kommt, so Guttenberg, "dann sind wir vergleichsweise sehr gut weggekommen, dann ist es ein Glück für unsere Region". Die Erweiterung des Wirsberger Windparks nennt er allerdings "eine Katastrophe" und kritisiert den Bürgermeister, "der öffentlich gesagt hat, dass die Windräder die Landschaft aufwerten - da bleibt mir die Spucke weg." Abzulehnen
seien ebenfalls die Standorte in der Fränkischen Schweiz, einer klassischen Erholungslandschaft.

Geeignete Windkraft-Standorte in Bayern wären Guttenberg zufolge dagegen von der Flurbereinigung zerstörte Landschaften. Für Photovoltaik-Anlagen kommen seiner Ansicht nach Flachdächer in vielerorts scheußlichen Industriegebieten in Frage. Man müsse es in einem windarmen Land wie Bayern aber akzeptieren, "dass wir Strom von anderswo her beziehen müssen". Es sei sinnvoller, die Energie dort zu gewinnen, wo es sie gibt: zum Beispiel durch Photovoltaik in der Sahara. Die Photovoltaikanlage an der Bahnlinie Untersteinach-Stadtsteinach bezeichnet er als "Öko-Todsünde, das macht mich sprachlos".

Abwrackprämie, um Strom zu sparen

Der prominente Musiker sieht es als Versäumnis der Politik, keine Anreize zu setzen, um Strom zu sparen. Er schlägt eine Abwrackprämie für alte Kühlschränke und Standby-Geräte vor, "damit könnte man auf zwei Atomkraftwerke verzichten". Genauso kritisiert er, dass Deutschland als einziges Land in Europa auf ein Tempolimit verzichtet, mit dem man Sprit sparen könnte.

Guttenberg betont: "Mir geht es nicht nur um die Windräder vor der Haustür. Mir geht's ums Prinzip."