In den App-Stores gibt's massig Spiele für Smartphones. Oft kostenlos, aber aufwändig und interessant gemacht. Wo kommen solche Apps eigentlich her? Zum Beispiel aus einem Bauerndorf im Fichtelgebirge: 20 Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt liegt der Wunsiedler Ortsteil Bernstein, Firmensitz einer der jüngsten fränkischen Internetfirmen. Scorpion Games hat Christoph Skorupa sein Unternehmen getauft. Gerade hat es sein erstes Handy-Spiel auf den Markt gebracht.

Bei "Free Fish" erscheinen auf dem Handy-Bildschirm quadratische Netze, in denen jeweils neun Fische gefangen sind. Mit einem Fingerwisch verschiebt Skorupa eines der Netze, so dass nun drei gelbe Meerestiere übereinander sind - wusch: die Fische sind frei und wuseln davon. "Es ist ein klassische Three-Match-Spiel ", erklärt Skorupa. Bedeutet: Der Spieler muss drei Gleiche in eine Reihe bringen, um Punkte zu bekommen. In diesem Fall können es gleiche Farben sein, oder eben die gleiche Fischart. "Wobei einige Besonderheiten haben: Ein Sägefisch kann das Netz zerschneiden, der Tintenfisch kann die Farbe wechseln, Muscheln öffnen manchmal die Schale - wer den richtigen Moment erwischt, darf die Perle behalten." Und das gibt natürlich Punkte. "Es geht auch darum, bestimmte Punktzahlen zu erreichen, ins Netz hochzuladen und zu vergleichen."

Das Geschäft mit den Krabben

"Free Fish" wird mit der Zeit komplizierter, es kommen weitere Farben dazu - und irgendwann ist keine Kombination mehr möglich. Für diesen Fall sollte der Spieler noch eine Krabbe in petto haben. Denn die kann mit ihren Scheren das ganze Netz zerschneiden. "Die Krabben sind wie Joker - aber nur in begrenzter Zahl vorhanden", erklärt Skorupa.

Krabben kann man kaufen - so versucht der 23-Jährige mit seiner Arbeit Geld zu verdienen. Denn die App ist wie viele andere Spiele kostenlos: "Freemium Spiele" sind bei mobilen Spielen derzeit üblich. Geld wird über Werbeeinblendungen, die Möglichkeit, das Werbebanner auszuschalten und über In-App-Käufe verdient. "Ich biete zur Zeit zwei ,Krabbenpacks' an: fünf Krabben für einen, zehn Krabben für 1,70 Euro."

Ein Drittel streicht jeweils der App-Store ein. Das ist der Preis, den die Entwickler dafür zahlen, über die großen Stores verkaufen zu können. Skorupa findet das ok: "Dafür, dass die sich um das Ganze kümmern. Ich muss zum Beispiel nicht mehr mit irgendwelchen Kreditkarten hantieren." Er kann sich vollkommen auf die Arbeit am Spiel konzentrieren.

Auf Android-Tablets läuft das Spiel ohnehin, gerade programmiert er außerdem eine Version für Windows Phone 8, die im Dezember kommen soll. Bisher gibt's "Free Fish" nur im Google Playstore ( Free Fish). Für Apple-Geräte hat Skorupa zwar bereits eine iOS-Version geschrieben, diese wird aber noch von Apple geprüft und erst demnächst im App-Store zu finden sein.

Ersparnisse und Nebenjobs

Skorupas Büro und Firmensitz ist die Wohnung in dem Bernsteiner Haus, in dem er aufwuchs. Er legt sein Smartphone auf den Wohnzimmertisch, um zu zeigen, wie zu zweit gespielt wird: "Sobald eine Kombination passiert, dreht sich das Spielfeld automatisch um und der andere ist dran." Irgendwann will er ein Update machen, bei dem auch online gegeneinander gespielt werden kann. "Es wird HighS cores geben, freischaltbare Erfolge." Er zählt mehr auf, gerät ins Schwärmen.

Skorupa hat seinen festen Job gekündigt, seit einem halben Jahr ist der Informatiker selbstständig. Im Moment lebt er von "Ersparnissen und Nebenjobs, ich mache mal nebenbei eine Website, komme über die Runden." Aber langsam müsse ein wenig Geld reinkommen. Skorupa glaubt, dass es funktionieren kann: "Wenn das Spiel 1000 runterladen. Oder 100 000 - kann schon ein bisschen Geld zusammenkommen."