So weit, so gut. Momentan aber komme ich ins Grübeln, ob mein Vorgehen an Tagen wie diesen Sinn macht. Beispiel Samstagabend. Fasching, Karneval, Fastnacht, wohin ich auch zappte. Aus Nordhessen, aus dem närrischen Thüringen, aus dem Mainz der vergangenen Jahrzehnte und - man möge mir verzeihen - aufgewärmt auch aus Veitshöchheim.

Diese Woche wird's ganz schlimm. Die Titel der meist abendfüllenden Shows lassen nichts Gutes erahnen: "Narrenschau" aus dem Saarland, die Sitzung der "Mombacher Bohnebeitel", "Düsseldorf Helau", "Mer losse d'r Dom in Kölle", das "Stockacher Narrengericht", die "Hessische Weiberfastnacht" oder die Mutter aller TV-Prunksitzungen "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht".

Nein, ich bin nun wirklich kein Faschingsmuffel. Im Gegenteil, ich bin früher schon mal selbst in die Bütt gestiegen oder habe als Nana Mouskouri "Weißblechdosen mit Arsen" gesungen. Aber was zu viel ist, ist zu viel.

Mein Tipp: Anstatt sich vor der Glotze nicht selten alte Zoten und fade Gags unter der Gürtellinie zu Gemüte zu führen, empfehle ich, mal rauszugehen und live eine der Faschingssitzungen in der Region zu besuchen. Das lohnt sich, auch in und um Kulmbach (siehe BR vom 9. Februar, Seiten 9 und 16).