Mehr als 1,5 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland im Pflegebereich - als Krankenpfleger, Altenpfleger, Kinderkrankenschwester oder Hebamme. Jetzt haben die privaten Krankenversicherer einen Online-Wettbewerb unter den Pflegeberufen ausgeschrieben, wer die beliebteste Pflegekraft ist. Frank Wilzok vom Klinikum Kulmbach ist mit von der Partie. Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) hat den Kulmbacher nominiert. "Frank Wilzok ist überall präsent. Er ist nicht nur als Pfleger bekannt, sondern auch als Dritter Bürgermeister der Stadt Kulmbach unterwegs, er ist Personalrat und beim BRK aktiv", sagt Emmi Zeulner. und sie fügt noch hinzu, dass Frank Wilzok mit seiner Immer-guten-Laune ein positives Beispiel für alle Schulabgänger sein könne, um zu zeigen, wie erfüllend der Pflegeberuf sein könne. "Er ist ein aktiver Werbeträger, dem Pflegenotstand zu begegnen."

Im Voting-Profil schreibt die Bundestagsabgeordnete über ihren Parteikollegen Frank Wilzok: "Wenn man Probleme hat, weiß man immer: Man kann sich an Frank wenden. Er ist im politischen Geschehen aktiv und weiß, wo die richtigen Stellschrauben zu drehen sind, um das Beste für den Patienten zu erreichen. Dafür fährt er auch mal quer durch die Republik um am Brandenburger Tor für gerechtere Bedingungen für die Pflege zu demonstrieren. Er sieht den Patienten im Mittelpunkt und das spürt man bei jeder Begegnung. Frank ist ein Allrounder mit Herz und Ohr."


Seit 30 Jahren am Klinikum


Frank Wilzok ist 47 Jahre alt und gleich nach seinem Realschulabschluss in die Pflege gegangen. Über dreißig Jahre ist er bereits am Klinikum tätig. Als Personalratsvorsitzender des Klinikums könnte er sich gänzlich von der Pflegearbeit freistellen lassen. "Aber das will ich nicht", sagt er und erklärt, dass er auf keinen Fall den Kontakt zu den Menschen verlieren möchte. "Ich sehe die Nominierung eigentlich so, dass gar nicht so sehr ich als Person im Mittelpunkt stehe, sondern der Pflegeberuf. Es ist doch gut, wenn man über Pflegeberufe spricht. Denn Pflege ist nötig", so Wilzok.

Seitens der Geschäftsführung sieht man den Wettbewerb mit einem Schmunzeln. "Engagierte Pflegekräfte sind es, die sich kümmern, wenn jemand aus einer Narkose erwacht. Sie sind meist diejenigen, die als erstes bemerken, wenn es einem Patienten schlecht oder besser geht. Sie sind es auch, die immer ein offenes Ohr haben. Deswegen finde ich es sehr gut, wenn man mit dieser Aktion und sozusagen für Kulmbach mit Frank Wilzok als Stellvertreter für alle anderen, aufmerksam macht auf die tolle Arbeit, die Pflegerinnen und Pfleger leisten. Ihnen allen Respekt zu erweisen und danke zu sagen, dafür ist diese Aktion meines Erachtens ganz hervorragend geeignet", sagt Klinikums-Geschäftsführerin Brigitte Angermann.

Tatsächlich beherrscht Medizin sogar Wilzoks Freizeit. "Ich bin auch noch Rettungssanitäter und biete Erste-Hilfe-Training an", sagt Wilzok. "Ich bin durch mein Ehrenamt im Rettungsdienst in diesen Bereich gekommen. Für mich gab es nie etwas anderes."


Das Dilemma in der Pflege

Das Dilemma der Pflegeberufe sei, dass nicht jeder Schichtdienst leisten möchte, nicht jedes zweite Wochenende getrennt von der Familie verbringen möchte. Hinzu kommt, dass Pflegeberufe nicht üppig bezahlt werden. "Früher hatten wir Abiturienten, die eine Ausbildung absolviert haben, jetzt sind wir froh, wenn wir alle unsere Ausbildungsstellen besetzen können", sagt er.

Er selbst sei "familiär vorbelastet": "Meine Mutter war beim BRK, mein Vater ebenfalls beim Rettungsdienst."
Frank Wilzok hofft nun auf möglichst viele Stimmen. Mit 191 Stimmen liegt er in der Wertung noch weit hinten. Die im Voting bisher erfolgreichsten Pfleger und Pflegeteams konnten schon mehr als 1000 Stimmen auf sich vereinen. "Eigentlich will ich Bayernsieger werden, dann wäre ich eine Runde weiter", sagt Wilzok. Das Voting ist nicht kompliziert, aber wie so oft steckt die Tücke im Detail. Es genügt nicht einfach, Frank Wilzok als besten Pflegeprofi zu liken. Die Stimme wird nur gezählt, wenn diese Auswahl auch nach Erhalt einer Email noch einmal bestätigt wird.

Natürlich haben die großen Klinken mit Tausenden von Mitarbeitern einen Vorteil, weil viele für "ihren" Vertreter voten können. Doch das Klinikum Kulmbach allein hat schon 1500 Mitarbeiter. Hinzu kommt, dass Frank Wilzok auch durch seine Arbeit als Bürgermeister in Kulmbach bekannt ist. "Eigentlich könnte ich es schaffen."