In der Kindertagesstätte im Spitalweg, die in der Betriebsträgerschaft des Awo-Kreisverbandes steht, besteht dringender Handlungsbedarf. Das wurde den Mitgliedern des Stadtrates am Dienstagabend vom Elternbeirat des Kindergartens sehr deutlich vor Augen geführt. Bürgermeister Alfred Kolenda (UWK) stellte zunächst fest, dass der Kindergarten bei den Belegungszahlen an der Obergrenze angelangt ist und dass dem Stadtrat bewusst ist, dass bestimmte Räume in dem Gebäude einer Sanierung bedürfen.

Gunhild Wagner-Fleischmann und Sandra Fuchs vom Elternbeirat zeigten dem Stadtrat sachlich und kompetent die derzeitigen Schwachpunkte auf. So würden nach deren Meinung die Kinder unter den beengten, räumlichen Verhältnissen leiden. Dass eine Gruppe sogar mit 30 Kindern im Erdgeschoss geführt wird, sei nicht mehr zeitgemäß. Die von den Eltern geschaffenen Ausweichräume im Obergeschoss des Gebäudes seien lediglich eine Notlösung. Gunhild Wagner-Fleischmann: "Es gibt einige Baustellen, und wir bewegen uns mit dem Gruppenraum im Obergeschoss in einer Grauzone."

Als weitere Problempunkte wurde unter anderem die ungünstige Raumaufteilung angesprochen, die angespannte Personalsituation, die fehlende Barrierefreiheit und die Tatsache, dass die Kinder in zwei Gebäuden untergebracht sind. Es sei schwierig, die Kinder auch einmal zur Ruhe zu bringen. In der Kinderkrippe sei der Wickeltisch mitten im Gruppenraum eingerichtet, auch das sei nicht mehr zeitgemäß.

Sandra Fuchs sprach auch Sicherheitsaspekte an, so führe zum Beispiel eine lediglich 84 Zentimeter breite Treppe in den Gruppenraum im Obergeschoss. Was passieren könnte, wenn einmal Panik ausbricht, wollte sich Sandra Fuchs gar nicht vorstellen. Die verwinkelten Räumlichkeiten ließen außerdem keine permanente Aufsicht zu.

Waren es 2016 noch 12 Kinder, die den Kindergarten besuchten, so sind es derzeit 30 Kinder im Kindergarten und 12 in der Kinderkrippe. Der Kita-Leitung liegen weitere Anfragen vor, hier mussten aber bereits Absagen erteilt werden. Als weitere Kritikpunkte wurden die fehlenden, kindgerechten Sanitäranlagen genannt. So sei der WC-Bereich noch mit Teppichboden ausgestattet.

Für das Kita-Gebäude spreche nach den Worten der beiden Elternbeiräte ein wunderschönes Gartengelände, die gute, fußläufige Erreichbarkeit mitten im Ort und die Nutzung bestehender Gebäudekomplexe. Für das weitere Vorgehen wünschten sich Gunhild Wagner-Fleischmann und Sandra Fuchs eine langfristige Planung mit An- und Umbauten. Sandra Fuchs: "Unser Kindergarten soll ein Aushängeschild für Kupferberg sein. Wir sind uns durchaus bewusst, dass viele Probleme im Raum stehen und dass die Stadt viele Baumaßnahmen vor sich hat."

Das Stadtoberhaupt schlug dem Gremium vor, einen Architekten damit zu beauftragen, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen, um die beengte Situation an der Kita zu verbessern. Dem Vorgehen stimmten die Stadträte auch einmütig zu. Stadtrat Stefan Kollerer (UWK) hielt ferner einen Ortstermin mit dem bereits eingeschalteten Sicherheitsbeauftragten für dringend geboten.

Sehr erfolgreich ist der Termin beim Amt für Ländliche Entwicklung verlaufen, was das geplante Dorferneuerungsprojekt am "Alten Schulhaus" angeht. Die Einrichtung einer Tagespflege über den Diakonieverein Neuenmarkt-Wirsberg-Trebgast-Harsdorf nimmt dort im Erdgeschoss konkrete Formen an. Es wurde sich auf eine Hackschnitzelheizung verständigt, die künftig auch die Stadthalle versorgen soll.

Bis Ende März soll die Planung mit dem Stadtrat abgestimmt werden, damit der Förderantrag noch im Juli beim Amt für Ländliche Entwicklung eingereicht werden kann. Bürgermeister Alfred Kolenda: "Die Planung wurde positiv aufgenommen, und man ist mit den weiteren Überlegungen einverstanden."

Aus nichtöffentlicher Sitzung berichtete Bürgermeister Alfred Kolenda, dass der Bau des Oberflächenwasserkanals im Baugebiet "Schieferberg" abgeschlossen ist. Für den Städtischen Bauhof wird für 24 553 Euro ein Kipper angeschafft.