Sieben Monate sind eine lange Zeit. Genau so lange musste das Thurnauer Schlosstheater pausieren. Corona sei Dank. Die Frühjahrssaison abgesagt, die Schlossfestspiele im August gecancelt. Doch jetzt, endlich, soll es wieder losgehen. Die Zwangspause geht zu Ende. "Ich bin so froh, dass wir im November weitermachen dürfen", sagt Wolfgang Krebs, Intendant, Regisseur und Schauspieler in einem.

"Wie haben ein schlüssiges Hygienekonzept erarbeitet, mit dem sich unsere Zuschauer sicher fühlen können, bestimmt sicherer als in einem Supermarkt", so Krebs. Das Gesundheitsamt habe grünes Licht gegeben, alle Besucher würden persönlich über die Vorkehrungen informiert. "Keiner muss bei uns Angst haben."

Jeder zweite Platz bleibt leer

Natürlich habe man Kompromisse schließen müssen. Maximal 45 Gäste - etwas weniger als die Hälfte des sonstigen Fassungsvermögens - dürfen pro Aufführung kommen. Es gibt keine Pausen, Getränke können nur vor der Vorstellung gekauft werden. Zudem werden Ein- und Ausgang getrennt, mehrere Behälter mit Desinfektionsmitteln stehen bereit. Besucher dürfen ihren Mund-Nasen-Schutz erst am Sitzplatz abnehmen.

Was im neuen Theatersaal im alten Rathaus auch vorteilhaft ist: Die moderne Lüftungsanlage wird mit Frischluft von draußen gespeist. "Die Menschen sollen merken, dass bei uns wieder Kultur stattfindet", sagt der Theatermacher, auch größere Häuser in Bamberg, Hof oder Coburg versuchten langsam den Weg zurück zu ein bisschen Normalität.

Allerdings spricht Krebs von einem "Probelauf". Man müsse sehen, wie sich die Dinge einpendeln und ob man das Schlosstheater mit 45 Plätzen kostendeckend betreiben kann. "Wenn wir merken, dass es funktioniert, werden wir weitermachen", blickt er in die Zukunft.

Die berühmten drei Dinge

Und wenn nicht? "Dann müssen wir das Ganze stoppen", schließlich dürfe man nicht vergessen, dass die professionellen Schauspieler auch bezahlt werden müssen. "Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass uns unsere treuen Besucher nicht im Stich lassen."

Das dies so sein wird, macht Krebs an drei Dingen fest: Die Sponsoren und der Förderverein haben das Schlosstheater in den harten Monaten sehr unterstützt; viele Stammgäste haben bereits Gutscheine gekauft; und der Vorverkauf für die neue Saison in der Pandemie ist hervorragend angelaufen. Dabei sei er aber noch sehr vorsichtig bei der Programmgestaltung gewesen. Mit 13 Abenden in drei Monaten wolle man sich erst einmal zurücktasten.

Spritzig und tiefgründig

Los geht es am Sonntag, 8. November, um 17 Uhr mit der der französischen Komödie "Achterbahn" (die Premiere ist bereits ausverkauft). 2013, damals noch im Torwärterhaus, habe er das Stück schon einmal im Programm gehabt, so Krebs, und das Publikum sei begeistert gewesen.

Seine Partnerin bei der Neuauflage ist nicht wie damals Charis Hager, sondern Lisa Oertel aus Berlin, die man in Thurnau aus "Schnee in Venedig" kennt. Ebenso spritzig wie tiefgründig sei "Achterbahn" - und der Titel passe ja auch irgendwie zur momentanen Situation, in der viele Kulturschaffenden "hin und her geschleudert" würden.

"Weihnachten mit Erich Kästner" heißt es dann im Dezember. Mit den bewährten Musikern Tanja Schaller und Martin Köhlerschmidt wird Wolfgang Krebs einen der großartigsten Literaten und Humoristen vorstellen.

Humor liegt in der Luft

Am Silvesterabend liegt im Schlosstheater Humor in der Luft. Wolfgang Krebs und Lorenz Trottmann zitieren Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz, Christian Morgenstern, Heinz Erhardt, Eugen Roth oder Otto Reuter. "Das passt perfekt zum Jahreswechsel."

Das neue Jahr startet dann mit einer "wunderbaren Lesung". Mit Sibylle Fritz aus Bayreuth wolle er zeigen, wie ein Theaterstück entsteht. Die Zuhörer dürften sich auf einen amüsanten Blick hinter die Kulissen freuen.

Das sind die Termine

"Achterbahn": 14. , 28. und 21. November, jeweils um 19.30 Uhr; 22. November und 27. Dezember, jeweils um 17 Uhr.

"Weihnachten mit Erich Kästner": 13. und 20. Dezember, jeweils um 17 Uhr.

"Humor liegt in der Luft": Donnerstag, 31. Dezember, um 17 Uhr.

"Wie ein Theaterstück entsteht": 3., 10., 17. und 24. Januar, jeweils um 17 Uhr.

Kartenreservierungen sind per E-Mail an info@schlosstheater-thurnau.de oder telefonisch unter 09203/9738680 möglich. Mehr Infos gibt es im aktuellen Flyer, der an vielen Stelen ausliegt, sowie online unter www.schlosstheater-thurnau.de.