Mein Auto streikte am Tag vor Silvester, was an sich natürlich ärgerlich ist. Aber auf der Liste der wirklich wichtigen Dinge rangiert das Auto bei mir eher im unteren Mittelfeld, so dass es Schlimmeres gibt, als einen Motor, der nicht anspringt.

Blöd nur, dass das am frühen Abend passierte. Blöd auch, dass das Auto auf einem der Parkdecks im Fritz-Einkaufszentrum stand, der Kofferraum voll beladen mit Einkäufen und anderem. Und ich stand daneben. Todmüde nach einem langen Arbeitstag, ohne jede Lust auf irgendwelche organisatorischen Aktionen, um das Auto wieder flott zu bekommen. Und, ja, auch das: ein wenig genervt. Also ging ich erst mal heim und ins Bett.

Am Silvestermorgen besuchte ich mein Auto auf dem Parkdeck, holte ein paar Sachen aus dem Kofferraum und machte den halbherzigen Versuch, den Motor doch noch in Gang zu bringen. Was natürlich nicht klappte. Also beschloss ich, das Auto Auto sein zu lassen und die Angelegenheit am Montag vertrauensvoll meiner Werkstatt zu übergeben. Das einzige, das mir zu diesem Zeitpunkt ein wenig Kopfzerbrechen machte, war das Parkticket. Vor meinem inneren Auge sah ich nach viereinhalb Tagen unfreiwilliger Parkzeit schon den Automaten heiß laufen.

Deshalb hatte ich ziemlich viel Münzgeld in der Tasche, als ich, begleitet von einem Mitarbeiter meiner Werkstatt gestern Vormitttag mein Auto erneut aufsuchte. Während der sich um den Motor kümmerte, fragte ich vorsichtig im Parkhaus-Büro an, wie man das denn nun mit der Karte regele....?"Kein Problem!" sagte der freundliche Mitarbeiter und drückte mir zwei Gratis-Ausfahrtskarten in die Hand. Eine für mich und eine für den Mitarbeiter der Werkstatt. Das sei doch nun wirklich kein Problem!

In Sachen Freundlichkeit hat der Mann damit schwer gepunktet bei mir. So fängt ein Jahr gut an! Katrin Geyer