Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Ködnitz müssen ab 1. Januar 2020 für die Abwassergebühren tiefer in den Geldbeutel greifen. Zu diesem Ergebnis kam der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend, allerdings nicht einstimmig, sondern gegen die Stimmen von Hermann Popp und von Gemeinderat Reinhard Kortschack (beide FW). Während Popp sich gegen eine Grundgebühr aussprach, die mit der Änderung der Gebührensatzung auf 4,50 Euro monatlich festgesetzt wurde, war es für Kortschack eine Entscheidung zwischen "Tür und Angel".

Die Abwassergebühr wird künftig 3,23 Euro pro Kubikmeter zuzüglich der monatlichen Grundgebühr von 4,50 Euro betragen. Ohne eine Grundgebühr hätte der Kubikmeterpreis im Abwasser eine Erhöhung von 35 Prozent zur Folge gehabt. Eine Erhöhung der Steuerhebesätze hat der Gemeinderat ausgeschlossen. Bürgermeister Stephan Heckel-Michel (CSU): "Eine Anpassung an den Landesdurchschnitt hätten wir unseren Bürgern nach der Erhöhung der Kanalgebühren schlecht erklären können."

Bürgermeister Stephan Heckel-Michel verwies auf die ausgearbeiteten Varianten des Kämmerers Tobias Müller zur Abwassergebühr, einmal ohne und einmal mit Grundgebühr - immer unter Berücksichtigung der Kostendeckung: "Wir müssen kostendeckend arbeiten."

Ohne Grundgebühr würde sich eine Kanalgebühr von 3,74 Euro pro Kubikmeter ergeben. Bislang lag diese Gebühr bei 2,65 Euro/cbm. Nachdem auch beim Wasserbezug eine Grundgebühr in der Kalkulation enthalten ist, empfahl Bürgermeister Stephan Heckel-Michel in Abstimmung mit dem Finanzausschuss ebenfalls die Einführung einer Grundgebühr für den Bereich des Abwassers.

Zweiter Bürgermeister Hermann Popp sprach sich mit Blick auf die Single-Haushalte gegen eine Grundgebühr aus; für Reinhard Kortschack ging die Entscheidung zu schnell: "Zwischen Tür und Angel entscheide ich nicht, das mache ich nicht mit!" Bürgermeister Heckel-Michel hielt entgegen, dass sich die Zahlen aus der Kalkulation ergeben: "Wir können gar nicht viel anders!" Und Gemeinderat Willi Kolb (SPD) war klar: "Das muss der alte Gemeinderat noch entscheiden!"

Geordnete Finanzen

Einstimmig wurde das Ergebnis der Jahresrechnung 2018 festgestellt. Es schließt im Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit 2 685 048 Euro ab, der Vermögenshaushalt mit 1 219 923 Euro. Die Schulden betrugen zum 31. Dezember 2018 genau 1 341 547 Euro, das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 852,86 Euro. Aus der Sicht der Finanzverwaltung die Finanzwirtschaft der Gemeinde Ködnitz als geordnet zu betrachten.

Festgelegt wurden die Zuwendungen an die Vereine, die Jugendarbeit betreiben, für das Jahr 2019: SKC Fölschnitz: 300 Euro; TSV Ködnitz: 1300 Euro; Feuerwehr Ebersbach: 200 Euro; Feuerwehr Kauerndorf: 200 Euro; JFG Steinachtal: 150 Euro.

Bürgermeister Stephan Heckel-Michel gab auch eine Antwort des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz bekannt zur Anregung der Gemeinde Ködnitz, ein Förderprogramm für die Regenwassernutzung und - versickerung aufzulegen. Danach werden aktuell verschiedene Strategien erarbeitet, um auf die veränderten Klimabedingungen zu reagieren. Ein Ansatz werde sein, das anfallende Niederschlagswasser weitgehend auf den Grundstücken in Zisternen, Becken oder auf Gründächern zurück zu halten.