"Ich gehe auf Nummer sicher", sagt eine Frau, die im E-Center Seidl ins Kühlregal greift. Die Kulmbacherin - sie will namentlich nicht genannt werden - trägt einen Mundschutz. Wie so mancher, der beim Einkauf in Corona-Zeiten zur Schutzausrüstung greift, um sich möglichst vor einer Infektion mit dem Virus zu schützen.

Kunden mit Schutzmasken und Handschuhen sind in dieser Woche aber noch in der Minderheit. Was ins Auge fällt: Die Leute gehen auf Distanz, achten zwischen den Regalen penibel darauf, dass sie umstehenden Personen nicht auf die Pelle rücken. Die allermeisten halten sich an die Vorgabe, die lautet, dass man einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten sollte.

Mittags wenig los

Was ungewöhnlich ist: Bei unserem Besuch zur Mittagszeit ist im E-Center relativ wenig los "Es sind tatsächlich weniger Kunden. Wir machen aber nicht weniger Umsatz, weil die Leute, die kommen, wesentlich mehr einkaufen", sagt Marktleiter Michael Seidl. Was sich seit der Ausgangsbeschränkung deutlich bemerkbar mache. "Immer mehr Leute nutzen unseren Online-Shop und lassen sich Waren liefern." Der Markt stoße da aber an Kapazitätsgrenzen, "weil es schon mal eine Stunde dauern kann, bis eine Mitarbeiterin die Einkäufe für nur eine Person zusammengestellt hat". Wer im Netz ordere, müsse auf die Lieferung schon mal einen Tag länger als üblich warten. "Was die Leute zu spüren bekommen, die schon immer online eingekauft haben, weil sie ein Handicap haben und nicht in den Laden gehen können."

Regale sind gut gefüllt

Wer den Einkaufswagen durch den E-Center schiebt, sieht prall gefüllte Regale. "Wir sind gut bestückt, auch wenn wir nicht alles bekommen, was wir bestellen", sagt Seidl. Ausverkauft sind nur wenige Produkte. Toilettenartikel gehen immer wieder mal aus. "Der Engpass ist aber nicht mehr so groß. Die Hamsterkäufe haben nachgelassen", stellt der Marktleiter fest. Vier Mal in der Woche würde Klopapier geliefert. "Da dürfte es keinem dran mangeln." Was rar ist, sind Hefe und Backmischungen. " Die Leute backen in Zeiten von Corona offenbar jetzt mehr zuhause", vermutet Seidl.

Termin fürs Grillen

Geregelt geht es an der Wurst- und Fleischtheke zu. Abstand zum Vordermann halten die Kunden ein. Das sei aber nicht immer der Fall, sagt Seidl, der sich an zweier Männer erinnert, die auf Tuchfühlung gegangen seien und einen Termin für das nächste Grillen ausgemacht hätten. "Das war erschreckend. Die haben wohl immer noch nicht kapiert, wie ernst die Lage ist."

Die Unvernunft mancher Kunden bekommen die Mitarbeiter zu spüren. "Manche werden garstig, wenn man sie darauf hinweist, dass sie Abstand halten sollen", berichtete Katja Geuther, die sich so manch dummen Spruch gefallen lassen muss. Selbst den Sinn der Plexiglasscheiben, die die Kassierin an der Kasse schützen, hätten nicht alle verstanden, sagt Geuther, die den Leuten auch an der Kasse zum Selbstscannen zur Seite steht. Einkaufswagen sind dort jetzt tabu. Weshalb? Michael Seidl: "Wir wollen nicht, dass die Leute zu viele Waren scannen, weil es da ja schon mal Probleme geben kann."

Katja Geuther trägt Handschuhe, aber keinen Mundschutz, wenn sie zwischen den Regale wuselt - anders als zwei Kolleginnen, die Letzteren zum Eigenschutz übergestreift haben. Was wäre, wenn sich ein Mitarbeiter infizieren würde? Dann müsste man mit den Behörden abklären, welche Maßnahmen sinnvoll sind, sagt Seidl, der sich bewusst ist, dass es passieren kann, dass die Belegschaft eines Einkaufsmarktes in Quarantäne gehen muss. Das wäre der Worst Case, der nicht nur den Markt treffen würde: "Wir haben eine Ausfallversicherung. Hart wäre es wohl für einige Stammkunden, die nicht mehr bei uns einkaufen könnten."

"Sicherheit geht vor"

Treffen würde es auch die 50-jährige Kulmbacherin, die wir beim Einladen ihrer Einkäufe am Kofferraum ihres Wagens treffen. Den Mundschutz hat sie abgenommen. Als sie in den Wagen steigt, geht der Griff aber gleich zum Desinfektionsmittel. "Sicherheit geht vor", sagt die Kulmbacherin.

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